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Thurn und Taxis Förderpreis 2014 geht an die TUM

Thurn und Taxis Förderpreis 2014 geht an die TUM

Am 10. Dezember 2014 wurde im Regensburger Schloss St. Emmeram der diesjährige Thurn und Taxis Förderpreis für die Forstwissenschaft verliehen. Den mit 6 000 € dotierten Preis erhielt TUM-Mitarbeiterin Dr. Carola Paul aus der Hand Ihrer Durchlaucht Fürstin Gloria von Thurn und Taxis. Der Stiftungsrat zeichnete damit die hervorragende Doktorarbeit der jungen Forstwissenschaftlerin über innovative Aufforstungsmöglichkeiten in Panama aus. 
In ihrer ausgezeichneten Doktorarbeit „Agroforstliche Möglichkeiten zur Förderung von Wiederaufforstung in Panama – eine waldbaulich-ökonomische Analyse“ befasste sich Carola Paul mit einer ausgesprochen wichtigen Thematik: Die Sicherung der globalen Nahrungsmittelversorgung bei gleichzeitigem Schutz der noch vorhandenen Naturwälder. Allein in der letzten Dekade gingen weltweit jährlich 13 Mio. ha Waldfläche verloren, davon mehr als die Hälfte in Mittel- und Südamerika. Eine der Hauptursachen dafür ist die Umwandlung tropischer Regenwälder in landwirtschaftliche Nutzflächen, um den steigenden Bedarf an Nahrungsmitteln und Energiepflanzen zu befriedigen. Verschärft wird diese Situation durch die gleichzeitige Aufgabe vieler Millionen Hektar ehemaliger Regenwald-Böden, die durch nicht nachhaltige Landnutzung „ausgelaugt“ sind. Sie könnten wieder aufgeforstet werden – aber wie?
Paul untersuchte in ihrer Arbeit einen Lösungsansatz, der bisher kaum analysiert wurde: die temporäre Integration landwirtschaftlicher Feldfrüchte in solche Aufforstungsflächen. Für ihre Untersuchungen konzipierte die junge Forscherin in Panama auf 3,7 ha eine komplexe Versuchsanlage mit insgesamt 36 Baum-Feldfrucht-Kombinationen aus sechs Baumarten, vier Feldfruchtwechseln und sieben verschiedenen Feldfrüchten. Neben der ökologischen Analyse des Versuchs führte sie auch umfangreiche ökonomische Analysen durch, inklusive verschiedener Vermarktungsoptionen der erzeugten Produkte. Die Ergebnisse sind durchweg positiv: Die temporäre Integration von Feldfrüchten in Aufforstungsflächen schadet den Bäumen nicht und liefert zugleich überraschend hohe Lebensmittelerträge. Zusätzlich bindet der Baum-Feldfrucht-Mix mehr Kohlenstoff als reine Acker- oder Forstflächen und zahlt sich auch wirtschaftlich für die Farmer aus.

TUM

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