03.03.2017Waldkunde | Waldkunde | Waldökologie

Thüringisch-schwedisches Artenschutzprojekt

Zum heutigen „Internationalen Tag des Artenschutzes“ gibt ThüringenForst die für den Frühsommer geplante Auswilderung von in Schweden gefangenen Auerhühnern bekannt.

Ein imposantes Tier: Das Auerhuhn, hier ein männliches Exemplar, ist das größte Waldhuhn Thüringens.
Foto: Sebastian Hey
Wildfänge aus Schweden sollen die vom Aussterben bedrohte Thüringer Auerhuhnpopulation verstärken. Das berichtet die ThüringenForst-AöR zum heutigen „Internationalen Tag des Artenschutzes“.
 
Die Landesforstanstalt kooperiert hierzu mit der schwedischen Landwirtschaftsuniversität (SLU) und der schwedischen Staatsforstverwaltung. Ziel ist es, bis 2022 eine stabile Population von bis zu 100 Tieren im Thüringer Schiefergebirges aufzubauen. Nach einem dramatischen Rückgang der Artvorkommen etwa ab 1970 ist das Auerhuhn in Thüringen akut vom Aussterben bedroht. Das gleichermaßen schöne wie auch scheue Tier ist im Freistaat traditionell Wappentier und Namensgeber vieler Orte, Straßen und Gastronomiebetriebe.
 
Auerhuhn-Wildfänge gelten gegenüber Nachzuchten als robuster und vitaler
 
„Unser ambitioniertes Artenschutzprogramm zur Rettung des Auerhuhns, das auch bundesweit in Forst- und Naturschutzkreisen Anerkennung gefunden hat, wird nun auch international weiter vernetzt“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Damit folgt man den guten Erfahrungen, die in anderen Raufußhuhnprojekten mit dem Einsatz von Wildfängen gemacht wurden.
 
Die Tiere aus Schweden sollen nicht nur ausgewildert, sondern auch besendert werden, um den Verbleib und die aktuell genutzten Lebensräume zu dokumentieren. Außerdem soll eine genetische Erfassung der Tiere ermöglicht werden, um die Forschung zur Populationsentwicklung zu vertiefen. Auerhuhn-Wildfänge gelten bei Experten als robuster und vitaler als Tiere aus Nachzuchten. Sie verfügen über eine kräftigere Flugmuskulatur und können so Fressfeinden besser entkommen. Sie reagieren erfahrener auf Gefahren, etwa von Beutegreifern wie Habichte. Auch bei der Nahrungssuche sind Wildfänge effizienter.
 
Projektschwerpunkt Lebensraumgestaltung zahlt sich aus
 
Schon in den 1990er Jahren wurden Wildfänge, damals aus Russland und Polen, nach Thüringen verbracht – leider ohne Erfolg. „Der wesentliche Unterschied zu den damaligen, leider weitgehend erfolglosen Maßnahmen ist, dass wir heute über eine genau Lebensraumerfassung verfügen und gezielte Lebensraumgestaltung in dem Auswilderungsgebiet praktizieren“, so Gebhardt weiter. Zusätzlich wurde die Raubwildbejagung seit 2013 erheblich intensiviert. Damit sind jene Voraussetzungen geschaffen, die unter europäischen Auerhuhnexperten als wesentliche Faktoren für einen erfolgreichen Populationsaufbau gelten.
 
Das diese Einschätzung trägt, zeigen die Ende des Jahres 2015 erbrachten direkten Nachweise von Auerhühnern in freier Wildbahn. Das wissenschaftliche Monitoring geht von 20 Auerhühnern sowie einer weiteren Dunkelziffer von 30 % aus. Damit hat sich die äußerst kritische Bestandessituation 2014 ein wenig entspannt.
 
Ab Frühsommer: Schwedische Auerhühner im Osthüringer Schiefergebirge
 
Ende April sollen in Schweden in Zusammenarbeit mit der SLU und der schwedischen Staatsforstverwaltung etwa ein Dutzend Tiere der Wildbahn entnommen und nach Thüringen verbracht werden. In Schweden sind Auerhühner im Bestand nicht gefährdet. Die Auswilderung ist unmittelbar nach dem Eintreffen der Tiere im Großraum Rudolstadt vorgesehen.
 
Die Kosten für die Auswilderung der Schwedenfänge werden anteilig durch die Landesforstanstalt sowie durch das forstliche Förderprogramm zu investiven Waldumweltmaßnahmen erbracht.

ThüringenForst

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