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Thüringer Wälder im jährlichen Gesundheitscheck

Thüringer Wälder im jährlichen Gesundheitscheck

Rund 60 Experten der Thüringer Landesforstanstalt erhielten am 6. Juli im Forstlichen Forschungs- und Kompetenzzentrum Gotha (FFK) eine Schulung, um in den nächsten Wochen rund 8.472 flächenrepräsentative Probebäume in ganz Thüringen auf ihren Vitalitätszustand hin zu untersuchen.

Durch die okulare Einschätzung von Blatt- und Nadelverlusten in den Kronen von Laub- und Nadelhölzern werden seit 1991 im Freistaat jährlich Informationen über den Gesundheitszustand des Waldes erhoben. Auch wenn das relativ einfache Diagnoseverfahren mit Fernglas und Schreibbrett seit dieser Zeit unverändert blieb, so hat sich die Interpretation der erhobenen Daten im Lichte neuer Forschungsergebnisse deutlich verbessert. Die Ergebnisse der diesjährigen Waldzustandserhebung werden voraussichtlich im Dezember 2017 veröffentlicht. ; Zur Vitalität der Wälder in Thüringen ; Seit Jahren rund ein Drittel aller heimischen Bäume stark geschädigt. Auch wenn die jährlichen und periodischen Schwankungen von Bodenzustand, Wasserversorgung und Sonneneinstrahlung unmittelbaren Einfluss auf die Kronenausbildung der Bäume haben, zeigen die Ergebnisse der Waldzustandserhebungen der vergangenen Jahre einen konstanten Trend. „Rund ein Drittel der heimischen Bäume ist stark geschädigt. Die am stärksten geschädigte Baumart ist dabei seit Jahren die Eiche“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. ; Umwelt-, insbesondere aber waldbezogene Forschungsprogramme wie das Forstliche Umweltmonitoring des FFK lassen auch erkennen, woran dies im Wesentlichen liegt: Ein großes Problem für die Vitalität der Wälder in Thüringen ist der seit Jahren hohe Stickstoffeintrag („Überdüngung“), die geringe Basensättigung in den Mittelgebirgslagen („Saurer Boden“) und ein zunehmender Trockenstress speziell für die häufig vorkommende Fichte („Klimawandel“). ; Fernglas und Schreibbrett als Diagnosehelfer ; Die Schulungsteilnehmer, allesamt aus den 24 Thüringer Forstämtern, werden an „Vergleichsbäumen“ für die anstehende optische Taxation der Baumkronen fit gemacht. Mit einem Fernglas werden durch die Experten der Nadel- bzw. Blattverlust in den Baumkronen erfasst sowie weitere Parameter bestimmt und vor dem Hintergrund biotischer und abiotischer Ereignisse wie Insektenfraß, Pilzbefall oder Witterungsverlauf beurteilt. ; Qualitätskontrollen vor Ort sichern dieses relativ einfache, bundesweit angewandte Diagnoseverfahren ab. Es liefert seit 25 Jahren statistisch gesicherte Informationen. Zusammen mit den langjährigen Informationen des forstlichen Umweltmonitorings ergeben sich qualitativ hochwertige Zeitreihen. ; Voraussichtlich im Dezember 2017 werden die Ergebnisse der diesjährigen Waldzustandserhebung vorgestellt.

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