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Thüringer Jagdstatistik gegenüber dem Vorjahr kaum verändert

Thüringer Jagdstatistik gegenüber dem Vorjahr kaum verändert

Thüringens Jagdstrecken blieben gegenüber dem vergangenen Jahr stabil. Das zeigt die jüngste Statistik des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft.
Die naturgegebenen Schwankungen des Wildbestandes in Höhe und räumlicher Verteilung spiegeln sich auch in der Jagdstrecke wieder.
Während die Strecke beim Rotwild im Vergleich zum Vorjahr um etwa 6 % sank, stieg sie beim Dam- und Muffelwild um etwa 20 % an. Besonders deutlich zeigen sich diese Schwankungen beim Schwarzwild. Während im Jagdjahr 2012/13 noch eine Rekordstrecke von 37.400 Sauen zu verzeichnen war, verringerte sich diese bereits im Folgejahr 2013/14 um 40 %, um dieses Jahr wieder um 10 % anzusteigen. Dieses Auf und Ab ist zwar ganz natürlich, doch das Schwarzwild fordert mehr Aufmerksamkeit: Aufgrund eines milden Winters, der starken Fruchtbildung von Buche und Eiche sowie der landwirtschaftlich angebotenen Äsung kann sich der Schwarzwildbestand binnen eines Jahres sprungartig vermehren.
 
Das Ansteigen der diesjährigen Sauen-Strecke um 10 % wird von der obersten Jagdbehörde als erstes Warnsignal gewertet: Kommt es zu einer explosionsartigen Vermehrung, ist es Aufgabe der Jäger, entstehende Wildschäden auf ein wirtschaftlich verträgliches Maß zu senken.
Waschbär breitet sich aus
Bei den Strecken des Raub- und Niederwildes fällt auf, dass sich der Waschbär seit seinem Auftauchen im Jahre 1993 zunehmend in Thüringen ausbreitet und mit 10.100 Tieren die bislang höchste Strecke verzeichnet. Allein im Eichsfeldkreis wurden 1.900 Waschbären erlegt. Weitere 160 sind als Unfallwild gemeldet. Die Jagdstrecke dokumentiert die unaufhaltsame Ausbreitung eines Neozoen, der durch seine invasive Art eine akute Gefahr für Kleinsäuger, Vögel und Lurche darstellt.
Positionspapier zur Schwarzwildjagd
Der hohe Schwarzwildbestand führt manchenorts zu starken Problemen. Die bisherige Bejagung des Schwarzwildes konnte zwar den Wildschaden wieder senken, aber hinsichtlich der Schadenshäufigkeit und der sprungartigen Vermehrung des Schwarzwildes hatte sie keinen durchgreifenden Erfolg gebracht. Als Folge wurde am 21. April 2015 das „Positionspapier zur Schwarzwildjagd in Thüringen“ von Landwirtschaftsministerin Birgit Keller und den Präsidenten des Landesjagdverbandes Thüringen, Steffen Liebig, des Thüringer Bauernverbandes, Helmut Gumpert, des Waldbesitzerverbandes, Jörg Göring, des Thüringer Verbandes für Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbezirkinhaber, Peter Leicht, und den Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft land- und forstwirtschaftlicher Betriebe in Sachsen und Thüringen, Konrad von Posern, unterzeichnet. Durch die angeregte Kooperation zwischen Jägern, Landnutzern und Grundeigentümern sowie die Abstimmung regionaler Bejagungskonzepte sollen überhöhte Schwarzwildschäden künftig erfolgreicher und dauerhafter reduziert werden.
Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft

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