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Thüringer Forstprogramm sieht Handlungsbedarf für die künftige Nutzung der Wälder

Thüringer Forstprogramm sieht Handlungsbedarf für die künftige Nutzung der Wälder

Auf Initiative des Thüringer Ministeriums für Landwirtschaft Forsten, Umwelt und Naturschutz (TMLFUN) haben am 17. März 2014 etwa 60 Akteure aus den Bereichen Forst, Holz, Jagd, Fischerei, Landwirtschaft, Landentwicklung, Naturschutz und Tourismus im Thüringer Landtag beraten, was für die Wälder des Freistaats zu tun ist.
Grundlagen für den Wald für Morgen
Die Teilnehmer waren sich einig, dass die Leistungsfähigkeit des Waldes dauerhaft erhalten werden soll. Jegliche menschliche Nutzung, ob aus holzwirtschaftlichen, touristischen oder umweltschutzfachlichen Gründen, hat die nachhaltige Gewährleistung der Waldfunktionen zu berücksichtigen.
Ein künftiger Schwerpunkt bildet die Anpassung des Waldes an den Klimawandel. Durch den Umbau von gefährdeten Nadelholzreinbeständen zu artenreichen und klimaangepassten Mischwäldern wird der Laubbaumanteil in Thüringen weiter steigen.
Die Teilnehmer unterstreichen, dass die Nutzung von Wald-Ressourcen mit minimalem Rohstoff- und Energieeinsatz unter besonderer Berücksichtigung der gesellschaftlichen Ansprüche erfolgen soll. Der Einsatz moderner, umweltschonender und arbeitserleichternder Forsttechnik und -technologie steht dabei an vorderer Stelle.
Forstminister Reinholz betonte: „Es gibt nur einen Wald. Seine Erhaltung ist die Aufgabe vieler Akteure.“ So soll die biologische Vielfalt im Wald über eine pflegliche Nutzung erhalten und gefördert werden. Praktisch bedeutet das ein Arbeiten mit den Gegebenheiten und Gratiskräften der Natur, wo immer sich dies anbietet. Dazu zählt im Staatswald z. B. das großflächige Umsetzen einer naturnahen Waldwirtschaft, bei der Schutzflächensysteme beispielhaft integriert sind. Für den Erhalt der biologischen Vielfalt im Privat- und Körperschaftswald gibt es finanzielle Förderung. Dagegen in waldarmen Gebieten hilft die Neuanlage von Wald, wertvolle Biotope zu vernetzen.
Garantiert wird diese nachhaltige Waldnutzung über alle drei Eigentumsarten hinweg durch das Gemeinschaftsforstamt. Das bedeutet, dass alle hoheitlichen Aufgaben wie auch die Bewirtschaftung des Staatswaldes, die wirtschaftliche Betreuung der Körperschaftswälder und des oft kleinparzellierten Privatwaldes in einer Hand liegen.
Thüringens Waldbesitzer wollen auch künftig vom staatlichen Förster beraten und betreut werden. Dies hat bislang eine ausgewogene, den Interessen des Waldbesitzes und gesellschaftlichen Ansprüchen gerecht werdende, nachhaltige Waldbewirtschaftung im Sinne aller Waldfunktionen aber auch unserer wettbewerbsfähigen Thüringer Holzindustrie einschließlich damit verbundener Arbeitsplätze gesichert. Rund 40.000 Menschen erzielen in Thüringen derzeit aus den Arbeitsplätzen der Forst- und Holzwirtschaft ihr Einkommen.
 
Die Überarbeitung des Thüringer Forstprogramms aus dem Jahre 2001 wurde im Jahr 2009 mit dem forstpolitischen Dialog „Wald im Wandel – eine Chance für Thüringen“ begonnen und soll in diesem Jahr mit dem Thüringer Forstprogramm 2030 abgeschlossen werden. Damit legt Thüringen die Grundlage für den Wald für Morgen.
TMLFUN

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