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Thüringer Forstprogramm im Dialog

Thüringer Forstprogramm im Dialog

Unter Federführung des Thüringer Forstministeriums berieten sich am 5. Mai Waldbesitzer, Naturschützer, Landtagsabgeordnete, Vertreter aus den Kommunen, der Tourismusbranche sowie die Forstverwaltung im Thüringer Landtag über das künftige Thüringer Forstprogramm. Der Workshop ist Teil des forstpolitischen Dialoges „Wald im Wandel – eine Chance für Thüringen“. Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und naturnahe Waldbewirtschaftung waren die Leitgedanken des Workshops und sollen auch die künftige Forstpolitik bestimmen – darin waren sich die über 90 Teilnehmer nach einer sehr konstruktiven Diskussion einig. Zahlreiche gute Hinweise wurden in den Arbeitsgruppen zum Positionspapier gegeben, welches mit großer Mehrheit Zustimmung fand.

„Die Leistungsfähigkeit unserer Wälder in Thüringen soll dauerhaft erhalten bleiben, z.B. über eine nachhaltige Holzwirtschaft und nachhaltigen Tourismus. Eine besondere Herausforderung ist auch die Anpassung des Waldes an die Folgen des Klimawandels“, sagte der Staatssekretär im Thüringer Forstministerium, Roland Richwien.
Ein Baustein ist der Waldumbau von den gefährdeten Nadelholzmonokulturen hin zu artenreichen und klimatoleranten Mischwäldern. Aber auch ein kluger und effektiver Umgang mit den Ressourcen im Wald gehört dazu. So soll bei der Bewirtschaftung stärker auf moderne, umweltschonende und arbeitserleichternde Forsttechnik gesetzt werden. Weitere Bausteine sind das großflächige Umsetzen des Konzepts der naturnahen Waldwirtschaft sowie des Naturwaldparzellen- und des Habitatbaumkonzepts im Staatswald. Schützenswerte Biotope sollen weiter vernetzt und die positiven Wirkungen des Waldes gesteigert werden. Für den Erhalt der biologischen Vielfalt im Privat- und Körperschaftswald gibt es finanzielle Fördermöglichkeiten.

Garantiert wird diese Art der nachhaltigen Waldnutzung durch die Thüringer Einheitsforstverwaltung mit den Gemeinschaftsforstämtern. Die Bewirtschaftung des Staatswaldes, die Betreuung der Körperschaftswälder und des oft kleinparzellierten Privatwaldes, die hoheitlichen Aufgaben wie auch die Erfüllung der Schutz- und Erholungsfunktionen des Waldes bleiben in einer Hand. Thüringens Waldbesitzer wollen auch künftig vom staatlichen Förster beraten und betreut werden.

Der im Jahr 2009 begonnene forstpolitische Dialog „Wald im Wandel – eine Chance für Thüringen“ soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Die Ergebnisse sind Grundlage für die Fortschreibung des Thüringer Forstprogramms aus dem Jahre 2001.

Hintergrund:
Rund 40.000 Menschen sind in der Thüringer Forst- und Holzwirtschaft beschäftigt – angefangen bei der Erzeugung im Wald, über den Transport bis hin zum fertigen Endprodukt.

TMLNU

Foto: TMLNU

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