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Thüringer Förster machen Waldmoore fit

Thüringer Förster machen Waldmoore fit

Zum „Internationalen Tag der Umwelt“ am 5. Juni weist die Thüringer Landesforstanstalt auf den herausragenden Wert der Waldmoore für den Natur-, Klima- und Hochwasserschutz hin.
Rund 350 Moore, davon 6 Hochmoore, mit einer Gesamtfläche von rund 300 ha finden sich derzeit im Thüringer Wald.
ThüringenForst, mit 200.000 ha flächengrößter Waldbesitzer im Freistaat, setzt sich in Zusammenarbeit mit dem Naturschutz intensiv für deren Sicherung ein. So wurde von 2000 bis 2003 das Saukopfmoor saniert, 2012 wurde Thüringens erster Moorlehrpfad am Schützenbergmoor generalsaniert und wiedereröffnet, aktuell wurde von ThüringenForst die Renaturierung des Schneekopfmoors umgesetzt.
Zum Tag der Umwelt weist ThüringenForst-Vorstand Volker Gebhardt auf den herausragenden Wert der heimischen Waldmoore für den Natur-, Klima- und Hochwasserschutz hin. Die Landesforstanstalt wird deshalb auch künftig dem Moorschutz im Freistaat größtes Augenmerk schenken.
Auch kleine Moore sind schützenswert!
„Neben den inzwischen weitgehend sanierten Hochmooren wie Schützenberg- oder Saukopfmoor werden wir künftig auch den zahlreichen kleineren Hang- und Zwischenmooren mehr Schutz zukommen lassen und, wo nötig, Renaturierungsmaßnahmen initiieren“, so Gebhardt weiter. Derzeit lässt ThüringenForst etwa das Siegelbach-Hangmoor zwischen Oberhof und Luisenthal wissenschaftlich untersuchen, um Kenntnisse zum Schutz des Moorkörpers zu erlangen.
Extremstandort Moor
Bis in die 1970er Jahre wurden Moore in ganz Deutschland, wie auch in Thüringen, trockengelegt und als land- oder forstwirtschaftliche Fläche genutzt. Heute weiß man um den herausragenden ökologischen Wert dieser hochsensiblen Extremstandorte. Viele der typischen Moorarten sind hochspezialisiert, so kann es paradoxerweise in Ausnahmefälle zu naturschutzfachlichen Zielkonflikten kommen, wenn im Zuge der Renaturierungsmaßnahmen die Lebensbedingungen im Moor zu abrupt geändert werden. „Wichtig ist deshalb, vor der Renaturierung räumlich differenzierte bodenkundliche und hydrologische Untersuchungen durchzuführen“, erklärt Gebhardt.
Moore dienen dem Natur-, Klima- und Hochwasserschutz
Moore bieten nicht nur seltenen Arten wie dem Sonnentau, dem Wollgras oder der Smaragdlibelle eine ökologische Nische. Ein Hektar renaturiertes Moor spart jedes Jahr Emissionen von bis zu 15 t CO2-Äquivalenten ein – mehr als eine vergleichbare Waldfläche. Aber nicht nur das: Bei Starkregen können sich Moore vollsaugen wie ein Schwamm und so die Abflussgeschwindigkeit des Regenwassers verlangsamen. So vermindern Moore Erosion, Hangrutschungen und andere Hochwasserschäden.
Gefahren für die heimischen Moore
Speziell Hochmoore sind ganzjährig auf hohe Niederschläge angewiesen. Mit dem vom Menschen verursachten Klimawandel und den damit verbundenen verstärkten Trockenperioden und steigenden Sommertemperaturen kann es für die Regenmoore in Zukunft kritisch werden. Aber auch aktuell setzt der Mensch den Mooren zu: Beerensammler begehen regelmäßig die drucksensiblen Moore, trotz Betretungsverbots. Trittschäden an der Flora und eine Beunruhigung der Fauna sind die unweigerliche Folge.
In Erinnerung an die Eröffnung der Konferenz der Vereinten Nationen zum Schutz der Umwelt am 5. Juni 1972 wurde dieser Tag zum jährlichen „Tag der Umwelt“ erklärt. Das diesjährige Motto des Weltumwelttages lautet „Zusammen ist es Klimaschutz“.

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