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Thüringens Forstministerin Keller wirbt für mehr klimaneutrales Bauen

Thüringens Forstministerin Keller wirbt für mehr klimaneutrales Bauen

Thüringens ältestes Forsthaus, unmittelbar an der Klosterruine Paulinzella (Ilm-Kreis) gelegen, wird seit 2014 durch die Landesforstanstalt für insgesamt 3,0 Mio. € generalsaniert und voraussichtlich ab 2018 wieder als Amtssitz eines Forstamtes dienen.

Damit wird die rund 500-jährige forstliche wie jagdliche Nutzungstradition einer denkmalpflegerisch außergewöhnlich wertvollen Liegenschaft fortgeführt. Forstministerin Birgit Keller warb am 17. Februar anlässlich einer Baubegehung mit Politikern, Experten aus der Forst- und Holzwirtschaft sowie Fachleuten des Denkmalschutzes für den Roh-, Bau- und Werkstoff Holz. Die Speicherung von klimaschädlichem Kohlendioxid in langlebigen Holzprodukten ist die günstigste Art der Kohlenstoffbindung.
Holzverwendung im Bauwesen ist Klimaschutz mit Weitsicht
Durch den Einsatz von Holz sind im Amtshaus rund 137 t CO2 langfristig gebunden. „Das Bauen mit Holz ist nachhaltig und klimafreundlich. Es sorgt für eine herausragende Gesamtökobilanz und sichert außerdem Arbeitsplätze im Freistaat, besonders in den ländlichen Regionen“, so Ministerin Keller.
Die Holzverwendung im Bauwesen schafft eine langfristige CO2-Speicherfunktion und ergänzt die Bindung von CO2 im lebenden Baum. Rund 150 Fm Holz wurden im Forstamtshaus verbaut, soviel, wie heute für zehn Dachstühle eines massiv errichteten Einfamilien-Wohnhauses verwendet werden.
Bedeutendstes romanisches Bauwerk Mitteldeutschlands
Das im frühen 12. Jahrhundert durch die adlige Paulina gegründete, bedeutendste romanisches Bauwerk Mitteldeutschlands, wurde rund 400 Jahre als Benediktinerkloster genutzt. Nach der Luther´schen Reformation wurde die kirchliche Nutzung 1540 aufgegeben.
Bisher nahmen die Bauhistoriker an, dass mit der Beendigung der Klosternutzung und dem Bau des Amtshauses eine neue Verwendung verbunden war. Im Rahmen der denkmalpflegerisch aufwendigen Sanierungsmaßnahmen stellte sich jedoch heraus, dass das Amtshaus schon 1474 errichtet wurde und eine jahrzehntelange klösterliche Nutzung erfuhr. Darauf deutet die dendro-chronologische Datierung bauzeitlicher Holzteile aus Weißtanne hin. Damit muss die Geschichte dieser Liegenschaft neu geschrieben werden.
150 Festmeter Holz über 500 Jahre verbaut
Die Baubegehung zum jetzigen Restaurierungsstand eröffnet die Möglichkeit, den imposanten Baukörper in Augenschein und viele verborgene Details unter die Lupe zu nehmen. Hierzu gehören verzierte Deckenbalken aus 1474, Schablonenmalerei um 1500 oder auch historische Abbundzeichen der Zimmerleute, die im Mittelalter konstruktive Baumaßnahmen durchführten.
ThüringenForst

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