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ThüringenForst setzt auf den Roh-

ThüringenForst setzt auf den Roh-, Bau- und Werkstoff Holz

Die Thüringer Landesforstanstalt baut in Stadtroda (Ostthüringen) ein neues Forstamtsgebäude. Künftig soll darin das Thüringer Forstamt Jena-Holzland sowie die Forstinspektion Ost untergebracht werden. Der architektonisch anspruchsvolle, zweistöckige Bau wird maßgeblich aus heimischer Buche erstellt und rund 2 Mio. € kosten.

Das voraussichtlich im Frühjahr 2017 fertiggestellte Gebäude soll beispielhaft für modernen Holzbau und schlanke Gebäudetechnik in CO2-neutraler Ausprägung stehen. Ein bisherig in Stadtroda angemietetes Bürogebäude genügte den forstbetrieblichen Anforderungen immer weniger.
Nach rund eineinhalb Jahrzehnten führt ThüringenForst damit erstmals wieder einen Forstamtsneubau durch. 
Buchenfurnierschichtholz als innovativer Baustoff
„Als Konstruktionsmaterial wird zu einem großen Anteil ein aus heimischer Buche hergestelltes Furnierschichtholz verwendet, das sich aufgrund seiner ausgezeichneten Materialeigenschaften anbietet“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand.
So wird die Decke im Obergeschoss eine reine Holzkonstruktion, die Decke im Erdgeschoss eine Holz-Beton-Konstruktion. Eine großzügige Glasfassade ermöglicht dem Besucher den Blick auf die Holztragstruktur des Gebäudes und die Vielzahl von Konstruktions- und Innenausbaumaterialien aus heimischen Hölzern. Allein für die Tragstruktur werden 260 Kubikmeter Holz verbaut, die geschlossenen Fassadenteile werden im klassischen Holzrahmenbau hergestellt  und entweder holzverschalt, verputzt oder in Glas gehalten.
Nachhaltiges Bauen in CO2-neutraler Ausprägung
Großen Wert legte ThüringenForst auf die Verwendung regionaler Baustoffe unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit. Das Energiekonzept des verantwortlichen Architekturbüros Cornelsen+Seelinger sieht vor, eine Holzpellet-Heizung  zu installieren sowie über die gesamte Dachfläche eine Photovoltaikanlage zu betreiben. Damit wird weitgehend CO2-Neutralität nicht nur in der Erstellung, sondern auch im Betrieb des Gebäudes erreicht.
Holzbau mit heimischer Wertschöpfungskette
„Der Neubau des Thüringer Forstamtes Jena-Holzland bietet die exzellente Möglichkeit, die gesamte heimische Wertschöpfungskette beim Bauen mit Holz abzubilden“ so Gebhardt weiter. Beginnend mit der über 300-jährigen nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder im Freistaat, der natur- und bodenschonenden Ernte des Roh-, Bau- und Werkstoffs Holz sowie dessen Verarbeitung in einer innovationsgetriebenen mittelständischen Thüringer Sägeindustrie. So sichern Forst- und Holzwirtschaft als viertgrößte Wirtschaftsbranche im Freistaat über 40.000 Vollarbeitsplätze und einen Umsatz von über 2 Mrd. €.
In den vergangenen Jahren investierte die Landesforstanstalt ausschließlich in die Sanierung historisch wertvoller Forstamtsgebäude wie etwa das ehemalige Rittergut Erfurt-Willrode (heute: Forstamt Erfurt-Willrode), das älteste Forstdienstgebäude Thüringens an der Klosterruine Paulinzella (künftig: Forstamt Saalfeld-Rudolstadt) oder die ehemalige Großherzogliche Forstinspektion in Bad Berka (heute: Forstamt Bad Berka).
 
ThüringenForst

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