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ThüringenForst sagt dem Holzklau den Kampf an

ThüringenForst sagt dem Holzklau den Kampf an

Auch wenn der Holzdiebstahl in den 200.000 ha Wald der Thüringer Landesforstanstalt offiziell unter 0,1 % der verkauften Holzmenge liegt und damit als wirtschaftlich geringfügig eingestuft wird, ist die Dunkelziffer nach Expertenschätzung höher.
Auch deshalb verstärkte ThüringenForst im Sommer 2014 seine Maßnahmen zur Diebstahlabwehr mit High-Tech-Produkten der besonderen Klasse: Satellitengestützte Minisender, versteckt in im Wald liegendem verkaufsfertigem Holz, sollen Rohstoffdieben keine Chance lassen.
Erste Erfolge zeigen nun, dass diese Vorgehensweise alles andere als ein Holzweg war. „Holzklau ist kein Kavaliersdelikt. Im Gegenteil: Die Straftat Holzdiebstahl geht oft einher mit Hehlerei und Steuerhinterziehung“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Mit der Beschaffung und dem landesweiten Einsatz der neuesten Tracker sollen derartige Verstöße aufgeklärt und die Verantwortlichen zweifelsfrei ermittelt werden. So wie kürzlich im Thüringer Forstamt Marksuhl. Dort konnte der Verlust eines präparierten Buchenstammes dank metergenauer GPS-Ortung des Trackers von Forst- und Polizeibehörden aufgeklärt werden.
Auch im Thüringer Forstamt Gehren war der Verlust von Rohholz auf dieser Weise entdeckt und die Polizeibehörde frühzeitig eingeschaltet worden.
„Anti-Holzdiebstahl-Sender“
Über die genaue Bauart, das Aussehen und die Zahl der von ThüringenForst beschafften Tracker gibt Gebhardt aus ermittlungstaktischen Gründen allerdings keine Auskunft. Die akkubetriebenen Tracker, die übrigens auch in Bayern und Hessen erfolgreich eingesetzt werden, verfügen über satellitengestützte GPS-Sender. Unauffällig versteckt im Polter schalten diese bei Bewegung des Holzes selbständig „scharf“ und senden ein Warnsignal auf das Mobiltelefon des zuständigen Försters. Dieser kann sodann die Prüfung des Vorgangs einleiten.
Weil der Tracker nach Scharfschaltung kontinuierlich seine genauen Positionsdaten überträgt, lässt sich das entwendete Holz auch beim illegalen Transport, bei der Zwischenlagerung und selbst bei der Verschiffung nachverfolgen. Damit sind auch dem Diebstahl nachgeordnete Hehlerstrukturen aufdeckbar. Für die Holzdiebe ist es nahezu unmöglich den Sender zu entdecken.
ThüringenForst plant eine Erweiterung des Einsatzes der erfolgreichen „Anti-Holzdiebstahl-Sender“.
Übrigens: Holzdiebstahl kann mit Geldstrafe oder sogar Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren geahndet werden.
ThüringenForst

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