ABO
In diesem Frühjahr starten erste Forstämter von ThüringenForst mit der Wiederbewaldung.

Thüringen: Erste Kahlflächen werden aufgeforstet

1.300 ha Kahlflächen haben die Sturm- und Borkenkäferschäden bisher in den Wäldern Thüringens hinterlassen. Zusätzlich zeigen 500 ha Forstkulturen Trocknisschäden, die eine Ersatzpflanzung erfordern. Nun plant ThüringenForst im Frühjahr 2019 erste Wiederbewaldungen auf den Kahlflächen oder die Sanierung vertrockneter Kulturen.

Die ThüringenForst AöR setzt auf neue waldbauliche Ziele: Mischwälder sollen entstehen, die künftig robuster auf die künftigen Klimaextreme reagieren. „Gerade in den unteren und mittleren Lagen ist es ein Gebot der Stunde, die Fichte durch standortsgeeignete Nadelbaumarten wie etwa die Weißtanne, die Douglasie oder auch die Lärche zu ersetzen und zusätzlich einen Laubholzanteil von mindestens 20 % zu sichern“, so Volker Gebhardt. In die Hände spielt den Förstern hierbei die letztjährige Eichenvollmast, die zu einem Rekordergebnis von 18,5 t Eichensaatgut geführt hat. Damit ist die Versorgung mit jungen Eichenschösslingen ab Herbst 2019 und die komplette Pflanzsaison 2020 über die betriebseigene Forstbaumschule Breitenworbis gesichert.

In den höheren Lagen des Thüringer Waldes, des Ostthüringer Schiefergebirges und des Harzes wird dagegen die Fichte weiterhin die Waldlandschaft prägen, auch wenn der Anteil an Weißtannen und Buchen dort zunehmen wird. Bis dahin müssen Forstwirte die Kahlflächen für die neuen Setzlinge beräumen und vorbereiten, um eine effiziente Kulturpflege zu gewährleisten. Alleine die vom letzten Frühjahrssturm „Irenäus“ 2018 besonders betroffenen Westthüringer Forstämter Bad Salzungen und Marksuhl müssen in den nächsten Jahren zusammen über 220 ha Sturmkahlflächen aufforsten, die sich aktuell durch Borkenkäferbefall an den Rändern schnell vergrößern.

Zwei Westthüringer Forstämter besonders betroffen

Das Thüringer Forstamt Marksuhl plant, im dortigen Landeswald auf den etwa 22 ha Kahlflächen rund 40.000 Jungbäumchen, vorwiegend Weißtannen, Lärchen, Douglasien und Buchen, zu pflanzen. Die Naturverjüngung auf den vielen Kleinkahlflächen wird gefördert, nicht natürlich aufkommende Baumarten werden gepflanzt

Im Thüringer Forstamt Bad Salzungen werden in diesem Frühjahr rund 73 ha bepflanzt. Auch hier stehen Weißtannen und Douglasien, aber auch Winterlinde und Wildkirsche im Fokus der Förster. Im November 2018 wurden schon 9 ha Kahlfläche mit Eichen-Saatgut wiederaufgeforstet, das z. T. Kinder und Jugendliche im Herbst 2018 mitgesammelt hatten. (s. forstpraxis.de). So entstehen auf den von den Stürmen zerstörten Flächen beider Forstämter vielfältige und artenreiche Mischwälder.

Weitere Maßnahmen

Mit der Aufforstung ist die Wiederbewaldung der Sturm- und Borkenkäferkahlflächen nur zum Teil erledigt. Aufforstungen in diesem Umfang müssen durch ein entsprechendes Jagdkonzept begleitet werden. Eventuell lassen sich Zaunbauten nicht umgehen. Ebenso muss die mit der Aufforstung verbundene Kulturpflege abgesichert sein, finanziell wie auch personell.

ThüringenForst

Auch interessant

von