Holzverkauf und Holzpreise

ThüringenForst erntet wieder Frischholz

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Die Nachfrage nach Holz nimmt zu, was Waldbesitzer freut und dem Wald guttut. Denn damit findet das Schadholz einen schnelleren Weg aus dem Wald und erspart den Pflanzenschutzmitteleinsatz. Der Landesforstbetrieb ThüringenForst steigt wieder in die Frischholzernte ein.

In Thüringens Wäldern sind erste Schritte zu einer Normalisierung der Waldpflege in Sicht. ThüringenForst will in den nächsten Wochen wieder punktuell die reguläre Durchforstung von Kiefernbeständen, später von Fichtenbeständen, beginnen. Dabei werde auch wieder Frischholz geerntet, für das der Landesforstbetrieb vor rund drei Jahren im Staatswald, wegen der klimawandelbedingten Sturm-, Dürre und Borkenkäferschäden, einen Einschlagsstopp verhängt hatte.

Sägewerke suchen verstärkt Holz

„Der Holzmarkt zeigt sich in Thüringen nach Jahren wieder aufnahmefähiger. Neben dem Schadholz wird verstärkt auch nach Holz aus der regulären Waldpflege nachgefragt. Diesen Bedarf bedienen wir vorsichtig“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Die reguläre Waldpflege nehme an Bedeutung zu, da der flächige Waldumbau weiter vorangetrieben werden müsse. Um die Wälder mit klimaresilienten Mischbaumarten umzubauen, müsse man die Waldbestände vorbereiten. Die jungen Pflänzchen benötigen gerade im Bestand ausreichend Licht, Wärme und Niederschläge am Pflanzort. Hierfür müssen ältere Bäume mit breiteren Kronen weichen.

Borkenkäfer weiter bekämpfen

Die Wiederaufnahme der regulären Waldpflege mache den Kampf gegen den Borkenkäfer aber nicht überflüssig. Im Gegenteil: Bis zum Frühsommer müsse man Borkenkäfernester weiterhin rigoros aufspüren, die befallenen Fichten eingeschlagen und umgehend abtransportieren. Der Hauptschwarmflug des Buchdruckers werde mit den ersten warmen Apriltagen einsetzen. In dieser Schwarmflugphase werde der Einsatz von sogenannten „Fangbäumen“ forciert, wofür ebenfalls Frischholzeinschlag notwendig sei. Der besiedelte Baum wird sodann entrindet oder mit der gesamten Borkenkäferbrut aus dem Wald z. B. in das Sägewerk geschafft. So lasse sich der Borkenkäfer auch ohne Pflanzenschutzmitteleinsatz bekämpfen.

Vorsichtig optimistisch

Inwieweit sich der Holzmarkt weiter stabilisiert, könne nur vorsichtig eingeschätzt werden. Erfreulich seien aber die derzeitigen Nachfrageentwicklungen. Mit dem erhöhten Interesse an Rohholz steigen auch die Holzpreise wieder an, sodass zumindest wieder Kostendeckung bei der Waldpflege erreicht werden könne.

Quelle: ThüringenForst