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ThüringenForst beginnt mit dem Laubholzeinschlag

ThüringenForst beginnt mit dem Laubholzeinschlag

Während Nadelholz wie Fichte und Kiefer ganzjährig in Thüringens Wäldern eingeschlagen wird, erfolgt der Einschlag von Laubholz nahezu ausschließlich in den Monaten Oktober bis März. Das Holz bietet in den kalten Monaten eingeschlagen eine bessere Qualität. Weiterhin ist die Fällung der dann laubfreien Bäume ungefährlicher. Waldbesucher sollten sich auf diese seit Generationen ablaufenden Kreisläufe nachhaltiger Waldwirtschaft einrichten und in dieser Zeit verstärkt mit Holzerntearbeiten im Wald rechnen.
Buche zweitwichtigste Baumart der heimischen Forstwirtschaft
Nach der Fichte ist die Buche die zweitwichtigste Baumart im Freistaat. „Von den über 370.000 Festmeter geplantem Laubholzeinschlag 2015/2016 sind rund 75 % Buche, während Eiche, Esche, Ahorn sowie andere Laubholzarten im Holzeinschlag eine geringere Rolle spielen“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand.
Hauptabnehmer speziell des Buchenstammholzes ist das Laubholzsägewerk Pollmeier in Westthüringen. Pollmeier lagert über Winter große Mengen Buchenholz ein, um in den Sommermonaten die Rohstoffversorgung seines Sägewerkes zur Produktion von insbesondere Bau- und Schnittholz für die nationalen wie internationalen Märkte abzusichern.
Buche, Eiche & Co. – gesuchtes Wertholz und geliebtes Brennholz
Die wertvollsten Laubholzstämme sowie ausgesuchte Nadelhölzer, die in den nächsten Monaten geerntet werden, finden den Weg zur jährlichen Wertholzversteigerung der Landesforstanstalt in Erfurt-Egstedt im Januar 2016.
Rund 40 europäische Käufer ersteigern auf dieser größten Submission in Mitteldeutschland rund 1500 Fm hochwertiges Holz, das von etwa einem Dutzend heimischer Laub- und Nadelbaumarten stammt.
Aber nicht nur wertvolles Laubholz, auch Laubholz geringer Qualität findet problemlos Abnehmer: Brennholzwerber etwa füllen in der Wintersaison Ihre Vorräte für die heimischen Holzöfen und Kamine wieder auf. Insofern finden beim Laubholzeinschlag unterschiedlichste Abnehmer, vom heimischen Brennholzwerber über den polnischen Furnierproduzenten bis zum französischen Barriquefass-Hersteller, ein Produkt vor, das genau ihren Anforderungen entspricht.
Der Wettergott spielt bei der Laubholzernte entscheidend mit
Während die Laubholzernte vorwiegend motormanuell, also händisch durch Forstwirte ausgeführt wird, erfolgt die Rückung des gefällten Holzes mittels großer Forstmaschinen. Deshalb spielt die Witterung der nächsten Monate für Förster und Waldbesitzer eine entscheidende Rolle. Milde, regenreiche Winter lassen Waldböden weich werden, die schweren Forstmaschinen sinken ein. Aus Bodenschutzgründen wird die Rückung des Laubholzes dann abgebrochen oder es werden teurere Ersatzverfahren wie Seilkran- oder Pferderückung gewählt.
Trotzdem werden Waldwege oft in Mitleidenschaft gezogen, sehr zum Ärger der Wander- und Pilzfreunde. Hier wünschen sich Thüringens Förster und Waldbesitzer bei rund 19.000 km Wanderwegen im Thüringer Wald mehr Verständnis, denn spätestens im Frühjahr ist der Laubholzeinschlag zu Ende und die Wegesanierung kann beginnen.
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