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Das W³plus-Verbundvorhaben des Bündnis Wald & Holz Thüringen in Zusammenarbeit mit der TGF Schmalkalden/Dermbach GmbH sieht den Wald und seine langfristig nachhaltige Nutzung als Impulsgeber für einen innovationsbasierten Strukturwandel in der waldreichen Thüringer Waldregion.

W³plus: Wald und Holzverarbeitung in Thüringer Waldregion

Auf Einladung des W³plus-Verbundvorhabens, vertreten durch die Fachrichtung Forstwirtschaft der Fachhochschule Erfurt und dem Verband der Schnittholz- und Holzwarenindustrie Mitteldeutschlands e.V., trafen sich bereits zum dritten Mal Thüringer Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Gesellschaft für einen Meinungsaustausch zur Zukunft der Waldbewirtschaftung und Rohholzverarbeitung in der „Thüringer Waldregion – Rhön, Rennsteig, Schiefergebirge“.

Das Fachgespräch am 27. August im Forstlichen Bildungszentrum Gehren beschäftigte sich mit dem Schwerpunkt „Wald und Gesellschaft“. Geladen waren u.a. Vertreter der Forstverwaltung, Waldbesitzer, Naturschutz- und Umweltverbände, Schutzgebietsverwaltung, Tourismus- und Erholungsbranche, Trinkwasserversorger, Hochschulen und Zertifizierung. Anwesend waren zudem Vertreter des TMIL und des TMUEN.

Forschung und Wissenstransfer intensivieren

Als wesentliche Voraussetzung für die weiterhin gegebene Multifunktionalität des Waldes betonten die Anwesenden die herausragende gesellschaftliche Bedeutung von Maßnahmen zur weiteren Stabilisierung der Waldbestände in Zeiten des Klimawandels. Hierbei bedürfe es vieler Innovationen in Datenerhebung, Modellierung, Transfergeschwindigkeit und Finanzierung. Dabei müsse die praktische Umsetzbarkeit statischer Konzepte z.B. im Naturschutzbereich geprüft werden.

Generell müssen Forschungstätigkeiten und Wissenstransfer intensiviert werden, um eine belastbare Datengrundlage zu erhalten, auch zur Versachlichung der Außenkommunikation. Dafür könnte ein modellhafter Forstbetrieb in der Region einen Beitrag leisten. Dieser kann u.a. einen Rahmen für innovative Methoden der gesellschaftlichen Beteiligung an Planungsprozessen oder der Erprobung neuer Kommunikationsplattformen mit Waldbesuchern bieten. Die Notwendigkeit einer Testumgebung zum beschleunigten Wissens- und Technologietransfer wurde auch während der ersten zwei W³plus-Fachgespräche in der Steinbeis Qualitätssicherung und Bildverarbeitung GmbH sowie der TU Ilmenau hervorgehoben.

Wertschöpfende Rundholz-Verarbeitung

Die insgesamt 41 Teilnehmenden diskutierten dabei die Bedeutung von Innovationen im Forstbetrieb und bei der Bereitstellung des nachwachsenden und ressourcenschonenden Rohstoffes Holz im Rahmen einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung. Des Weiteren wurden Belange klein- und mittelständiger Betriebe (z.B. Sägewerke) bei der möglichst wertschöpfenden Verarbeitung des Rundholzes erörtert.

Dabei wurde festgestellt, dass nur eine innovative Vernetzungs- und Beratungsstruktur in der durch klein- und mittelständige Betriebe geprägten Wertschöpfungskette den angestrebten Strukturwandel in der Thüringer Waldregion nachhaltig befördern kann. Neben der dadurch möglich werdenden Nutzung von Innovationspotentialen wurde die Bedeutung der Fachkräftesicherung, des Arbeits- und Unfallschutzes, der Gewährleistung der Multifunktionalität der Wälder, des Schutzes von Boden und Kulturgütern, der Investitionssicherheit, der Wahrung der gesellschaftlichen Anerkennung und des sachlichen Verständnisses von natürlichen und soziokulturellen Zusammenhängen, von Strategien zur Bewältigung der Folgen klimatischer Veränderungen (z.B. bei Großschadereignissen), der steigende und mit finanzieller Sicherung verbundene Innovationsdruck sowie der notwendige Bürokratieabbau für klein- und mittelständische Unternehmen hervorgehoben.

W³plus – ein Impulsgeber für die Region

Das W³plus-Verbundvorhaben des Bündnis Wald & Holz Thüringen in Zusammenarbeit mit der TGF Schmalkalden/Dermbach GmbH sieht den Wald und seine langfristig nachhaltige Nutzung als Impulsgeber für einen innovationsbasierten Strukturwandel in der waldreichen Thüringer Waldregion. Durch die Bündelung neuartiger und dauerhaft wirkender Kooperationen und daraus erwachsender Innovationen entlang der Wertschöpfungskette Wald-Holz soll die Region zu einem attraktiven Wirtschafts-, Lebens- und Arbeitsort entwickelt werden. Die regionale Wertschöpfung ermöglicht die Erhöhung der gesellschaftlichen Attraktivität der Region, insbesondere für junge Familien, die Finanzierung begleitender Maßnahmen der Tourismusförderung und integrierter Landschaftspflege- und Naturschutzsysteme sowie einen erheblichen Beitrag zur Substitution umwelt- und klimaschädlicher Werkstoffe.

Das breit aufgestellte Bündnis konnte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen einer Bewerbung im Förderprogramm „Wandel durch Innovation in der Region – WIR!“ von dieser Idee überzeugen und hat nun die Chance, die Strategie in der geförderten Konzeptphase weiterzuentwickeln. Neben der Fachrichtung Forstwirtschaft der Fachhochschule Erfurt, die als Koordinator des Bündnis Wald und Holz Thüringen Initiator des Projektgedankens ist, und der mit Holzingenieurbau beschäftigten Fachrichtung können für die wissenschaftliche Begleitung weitere Bereiche (Architektur, Sozialwissenschaften, Informationsverarbeitung) wichtige Beiträge leisten. Innovative Impulse wurden bereits auch durch die Universitäten in Ilmenau und Weimar sowie die Hochschule Schmalkalden gegeben, darüber hinaus existieren Kooperationen mit Universitäten und wissenschaftlichen Einrichtungen außerhalb Thüringens.

Weitere weitere Fachgespräche

Bis zum Ende der Konzeptphase im Oktober 2018 werden vom W³plus Team weitere Fach- und Einzelgespräche in Bereichen Waldbewirtschaftung, Rohstoff Holz (30.8.2018, TGF Dermbach) sowie Bildung, Marketing und Kommunikation (3.9.2018, FBZ Gehren). Im Rahmen der Zukunftswerkstatt am 26.9.2018 im FBZ Gehren werden die Ergebnisse der Konzeptphase vorgestellt und diskutiert.

Weiterführende Informationen sind unter www.w3plus-verbundvorhaben.de verfügbar.

W³plus-Verbund

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