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Holzpolter im Wald mit Schadholz
Im ersten Halbjahr 2023 fiel in Thüringen über alle Baumarten eine Gesamtmenge von 2,4 Mio. Fm Schadholz an.

Thüringen unterstützt den Wald trotz Kürzungen der GAK-Mittel weiter

01. September 2023
Das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft (TMIL) hat das „Thüringer Landesprogramm zur Bewältigung der Folgen von Extremwetterereignissen im Wald“ novelliert und verlängert die Laufzeit bis Ende 2025.

Mit dem Landesprogramm sollen insbesondere kleine Forstbetriebe mit bis zu 20 ha Waldfläche in Thüringen unterstützt werden. Durch die Neufassung werden die Förderkonditionen erhöht, um Schäden effektiver zu beseitigen, Waldflächen zu bepflanzen und die Arbeit der forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse verbessern zu können. Zudem werden bürokratische Hürden abgebaut. „Mit dem neu gefassten Landesprogramm erhalten die Waldbesitzenden in Thüringen mehr Planungssicherheit, um ihre Waldflächen klimastabil aufzuforsten“, so Forststaatssekretär Torsten Weil. Das neu gefasste Landesprogramm gilt seit dem 21. Juli 2023.

Wald in Thüringen unter Wetterextremen 2023

Die Thüringer Wälder sind auch im Jahr 2023 von den Folgen der klimawandelbedingten Extremwetterereignisse stark betroffen. Im ersten Halbjahr 2023 fiel über alle Baumarten eine Gesamtmenge von 2,4 Mio. Fm Schadholz an.

Die Landesregierung reagierte 2019 frühzeitig auf die eintretenden Waldschäden durch Stürme, Trockenheit und Schädlinge. Gemeinsam mit den Verbänden der Waldbesitzenden wurde ein ergänzendes Landesprogramm zur Bundes- und EU-Förderung abgestimmt und entwickelt. Private und kommunale Waldbesitzende werden seitdem zusätzlich mit Landesmitteln finanziell unterstützt, Schäden zu beseitigen, Personal aufzustocken, wieder aufzuforsten und Gefahren durch Bruchholz für Waldbesuchende einzudämmen. Aufgrund der weiterhin großen Waldschäden und gestiegener Preise war es nun notwendig, die Förderkonditionen zu überarbeiten.

„Schäden beseitigen und Wiederbewaldung sind personalintensiv und teuer. Gerade kleine Waldbesitzende stoßen an ihre wirtschaftlichen Grenzen, um die großen Herausforderungen im Wald meistern zu können. Das Land ist jedoch auf die Waldbesitzenden angewiesen, um den Wald großflächig und nachhaltig mit klimaresilienten Laub- und Mischbeständen umzubauen“, so der Staatssekretär. In Thüringen bewirtschaften etwa 180.000 Waldbesitzende, hauptsächlich im Klein- und Kleinstbesitz, ca. 40 % der heimischen Waldfläche.

Programm für den Wald um Wegebau und Software erweitert

Mit der Neufassung des Landesprogramms wird die Förderung zur Instandsetzung von Wegen erweitert. Zudem wird der Förderbetrag erhöht, um Spezialsoftware anzuschaffen, mit der in forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen die Mitgliedsflächen digital erfassen und betreuen lassen. Die Förderung von Personalkosten für forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse und Kommunen zur Gefahrenabwehr durch Bruchholz wird fortgesetzt. Damit Förderanträge einfacher gestellt und schneller bearbeitet werden können, wird Bürokratie abgebaut.

Wald über GAK-Mittel hinaus fördern

Durch die Verlängerung der Laufzeit des Förderprogramms bis zum 31. Dezember 2025 erhalten die Waldbesitzenden Planungssicherheit auch für komplexe Vorhaben. Staatssekretär Weil betont: „Uns ist die Waldrettung wichtiger als politische Planspiele der Bundesregierung. Indem wir das Thüringer Landesprogramm bis Ende 2025 trotz der vom Bund fahrlässig geplanten Kürzungen der Mittel zur Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) fortführen, geben wir den Waldbesitzenden Planungssicherheit. Es ist ein deutliches Signal der Landesregierung an die Thüringer Waldbesitzenden, dass wir ihre wichtige Arbeit wertschätzen und sie weiter unterstützen.“

Mit dem Thüringer Landesprogramm wurden laut Angaben des Ministeriums seit 2020 Fördermittel im Umfang von insgesamt 8,8 Mio. € ausgezahlt. Auch am Gesamtförderbudget des Jahres 2023 in Höhe von 23 Mio. € hat das „Thüringer Landesprogramm“ mit 7,0 Mio. € einen erheblichen Anteil.

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TMIL