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Vorsicht Borkenkäfer: Schneebruchschäden jetzt aufarbeiten

Thüringen ruft zur intensiven Borkenkäferkontrolle auf

„Aufgrund der aktuellen Wetterlage sind alle Waldbesitzer aufgerufen, die Fichtenbestände besonders intensiv auf Borkenkäferbefall hin zu überprüfen. Das Auffinden und Bergen des infizierten Holzes ist jetzt unsere dringendste Aufgabe“, ruft Thüringens Forstminister Jürgen Reinholz auf.
Reichlich Niederschlag im vergangenen Sommer und der nasskalte Frühling in diesem Jahr schafften den thüringischen Waldbesitzern und Forstbediensteten eine kleine Verschnaufpause beim Kampf gegen den Borkenkäferbefall. Die derzeitigen überdurchschnittlichen Temperaturen in Verbindung mit geringem Niederschlag wenden das Blatt jedoch wieder zugunsten der beiden häufigsten Borkenkäferarten Kupferstecher und Buchdrucker.
„Ratsam ist es, die Kontrolle zunächst auf die bekannten Befallsstellen zu konzentrieren. Anhand des Bohrmehlauswurfs der sich jetzt einbohrenden neuen Käfergeneration und des starken Harzaustritts an den Bohrlöchern ist der Befall frühzeitig zu erkennen. Ein guter Weiser für frischen Buchdruckerbefall ist auch ein Teppich grüner Fichtennadeln auf dem Waldboden“, so der Minister weiter.
Hintergrundinformationen zum Borkenkäferbefall:
 
Seit dem einschneidenden Trockenheitsjahr 2003 hat sich der Bestand an Borkenkäfern in Thüringen auf ein Maß erhöht, das latent immer die Gefahr einer Massenvermehrung birgt. Kommen nun weitere, für die Käfer begünstigende Faktoren hinzu, kann sich die gegenwärtig vorhandene Anzahl der Schädlinge rasch potenzieren.
Günstige Faktoren für den Borkenkäfer entstehen, wenn nach Schadereignissen frisch gebrochenes Holz willkommenes Brutmaterial darstellt oder wenn die Bäume durch Hitze und Trockenheit an Wassermangel leiden. Aus den unter der Rinde abgelegten Käfereiern entwickeln sich dann die Larven schneller und können vom Baum nicht früh genug mit Harz umschlossen werden. Insofern waren und sind die Jahre nach den Orkanen Kyrill und Emma günstig für die Borkenkäfer und dramatisch für die Waldbesitzer und Forstbediensteten, die unter großem personellen Einsatz verstreute Befallsherde ausfindig machen und sanieren müssen.
 

Aktuelle Forstschutzinformation 07/2010

 

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