ABO

Aktionsplan Wald für Thüringen

Thüringens Ministerin für Umwelt, Energie und Naturschutz Anja Siegesmund hat am 5. August einen Aktionsplan für klimastabile und widerstandsfähige Wälder vorgelegt. Darin fordert wird eine Umkehr hin zu naturnaher Waldbewirtschaftung auf Basis einer klimagerechten Waldpolitik gefordert.

„Die Lage ist ernst und die Zeit drängt. Das Immunsystem unserer Wälder ist durch die Klimakrise dauerhaft geschwächt. Wir brauchen endlich eine gesamtgesellschaftliche Debatte, wie wir unsere Wälder retten, Naturverjüngung als Schwerpunkt setzen und Wald fit für die Zukunft machen“, so Siegesmund in einer Medienmitteilnung. Der völlig falsche Ansatz sei, hart errungene Lösungen für nutzungsfreie Wälder in Thüringen jetzt in Frage zu stellen. „Insbesondere die Waldwildnis-Flächen sind unser wichtigster Klimaschützer. Jetzt den Menschen ein weiter Bewirtschaften in alter Manier als Lösung zu präsentieren, ist unseriös.“ Siegesmund weiter: Fünf Prozent der Waldflächen wachsen zu den Urwäldern von morgen heran. Diese Flächen mit stetig wachsendem Holzvorrat haben ein enormes Potenzial für die CO₂-Bindung. Dazu gibt es eine klare Verabredung in der Koalition und es steht einem Partner nicht zu, diese einfach aufzuheben. „Ich halte als Umweltministerin daran fest und gehe davon aus, dass das auch für den Koalitionspartner gilt.“

Bundesweiter Wildnisfond für den Ankauf von Waldflächen

Die Ministerin fordert einen Paradigmenwechsel bei der Waldbewirtschaftung: Wälder sind ein perfektes System, um unsere Bedürfnisse zu decken. Solange wir sie gut bewirtschaften und unsere Bedürfnisse verhältnismäßig sind. Bislang sei das nicht gelungen. Die Klimakrise und die aktuelle Lage der Wälder machen deutlich, wie nötig eine andere Waldwirtschaft sei. Im Aktionsplan erneuert Siegesmund ihre Forderung nach einem bundesweiten Wildnisfond für den Ankauf von Waldflächen, auf denen die Säge dauerhaft ruhen soll. Dieser müsse deutlich aufgestockt werden.

Klimafonds für Thüringen

Mit dem 10-Punkte-Plan schlägt Siegesmund weiter das Einrichten eines 100 Mio. € umfassenden Klimafonds für Thüringen vor. Aus ihm sollen die Folgen der Klimakrise abgefedert werden. Zudem soll zukünftig ausschließlich der Umbau zu klimastabilen Wäldern unterstützt werden. Fördergelder würden dann nur an die Waldbesitzer fließen, die sich am Waldumbau hin zu robusten Mischwäldern beteiligen. Denn Waldumbau sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und betrifft Staatswald, Privatwald, Kommunalwald und Körperschaftswald gleichermaßen. Bislang wurden Anerkennung und Förderung für den Waldumbau jahrelang vernachlässigt, so Siegesmund.

Öffentliche Hand als Vorreiter

Die öffentliche Hand in Thüringen soll Vorreiter sein. Ein Leuchtturmprojekt dafür soll die Biathlon-WM 2023 in Oberhof werden. Es seien erhebliche Baumaßnahmen mit Eingriffen in Natur und Wald zu erwarten. Es sollte Ziel sein, alle Funktionsbauten mit heimischem Holz zu errichten.

Ministerin Siegesmund will den Aktionsplan am 13. August 2019 dem Kabinett vorlegen, dann tritt die Thüringer Landesregierung zur Sondersitzung „Klimakrise“ zusammen.

Red./TMUEN

Auch interessant

von