23.01.2017Waldkunde | Waldkunde | Waldschutz

Thüringen: Naturschutzgroßprojekt Hohe Schrecke wirbt mit Urwaldflair

In der Hohen Schrecke sollen künftig 25 % der Waldfläche als Wildnisflächen ohne Zutun des Menschen wachsen. Der übrige Wald wird naturverträglich genutzt.

Die „Hohe Schrecke“ sei ein einmaliger Urwald, in dem Fledermäuse und viele andere Tiere seit Jahrhunderten heimisch sind. Also ein idealer Ort für Naturtourismus und naturnahe Regionalentwicklung, so Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund anlässlich der Grünen Woche in Berlin.
 
Im Rahmen eines Naturschutzgroßprojektes kann in der Hohen Schrecke der Natur-Wert des alten Waldes erhalten und zugleich für den sanften Tourismus erlebbar gemacht werden. Neben der Natur profitieren auch die Menschen vor Ort von dem Projekt.
 
In der Hohen Schrecke sollen künftig 25 % der Waldfläche als Wildnisflächen ohne Zutun des Menschen wachsen. Der übrige Wald wird naturverträglich genutzt. Ebenso ist vorgesehen, die um den Wald liegenden Steppenrasen und Streuobstwiesen zu erhalten und den naturnahen Tourismus durch die Anlage eines neuen Rad- und Wanderwegnetzes und die Anbindung an Wanderparkplätze sowie den öffentlichen Naheverkehr zu aktivieren. Außerdem sind regionale Vermarktungsinitiativen, z.B. für Obst, Wildbret und Holz sowie die Einrichtung einer 100-Prozent-Erneuerbare-Energien-Region im Einklang mit dem Naturschutz vorgesehen.
 
Förderung für Naturschutzgroßprojekt
 
Das Naturschutzgroßprojekt erhält 12 Mio. € Förderung vom Bundesumweltministerium und dem Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz (Teil Naturschutz) sowie 1,25 Mio. € vom Bundeslandwirtschaftsministerium und dem TMIL (ergänzende Förderung Regionalentwicklung). Der Freistaat Thüringen trägt in beiden Fällen 15 % der Kosten.
 
Im Rahmen der Förderung des naturnahen Tourismus werden seit Ende 2016 wesentliche Teile des Wanderwegenetzes hergerichtet. Ab Mai 2017 wird das neue Wegenetz nahezu vollständig zur Verfügung stehen. Vor diesem Hintergrund wurde 2016 begonnen, intensiv für einen Besuch der Hohen Schrecke zu werben.
 
Einmalig hohe Fledermausdichte

Die Hohe Schrecke ist ein national bedeutsames sehr naturnahes Waldgebiet mit einer in Deutschland einmalig hohen Fledermausdichte (alle in Thüringen vorkommenden Waldfledermausarten kommen in der Hohen Schrecke vor – und das in sehr hohen Populationsdichten).
 
Auch eine Vielzahl von sehr seltenen Käfern konnten in der Hohen Schrecke nachgewiesen werden – allein 15 sogenannte „Urwaldrelikarten“.

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