Waldschutz

Thüringen: Fichtenborkenkäfer fliegen wieder!

Bearbeitet von Jörg Fischer

Während die Borkenkäferpopulation in Thüringen aktuell extrem hoch ist, vermieste die nasse Witterung im Frühjahr dem Waldschädling den ganz großen Auftritt. Das bietet Chancen für aufmerksame Waldbesitzer.

Die zurückliegenden klimawandelbedingten Dürrejahre haben den Borkenkäfern, allen voran dem Buchdrucker, zur Massenvermehrung verholfen. Die Borkenkäferfallen zur Überwachung des gefürchteten Waldschädlings sind, nicht ganz überraschend für die Waldschutzexperten der Landesforstanstalt, aktuell gerammelt voll. Der nur etwa vier Millimeter große Käfer hatte in den zurückliegenden Wochen kaum Zeit, aus seinem Winterlager heraus Fichten anzufliegen, sich einzubohren und zu vermehren. Einzig Mitte Mai sowie in der ersten Juniwoche konnte er hierzu kurze trocken-warme Witterungsphasen nutzen, wofür er sonst Wochen hat. Deshalb nutzt der Borkenkäfer das sommerliche Wetter zu einem sehr konzentrierten und noch massiveren Schwarmflug.

Aufmerksamkeit zahlt sich jetzt aus

„Was für den Buchdrucker zum Nachteil, erfreut den Waldbesitzer. Dieser hat jetzt beste Chancen, frisch vom Käfer befallene Fichten aufzuspüren, einzuschlagen und das Holz samt eingebohrten Käfern schnell aus dem Wald zu transportieren“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Denn frisch befallene Fichten sind Infektionsquellen, von denen aus im Hochsommer zehntausende reproduzierte Borkenkäfer ausfliegen und wiederum umliegende gesunde Fichten befallen. Die zügige Sanierung der Borkenkäferherde ist in diesem Jahr besonders wichtig, weil der späte Schwarmflug die vollständige Ausbildung einer dritten Buchdruckergeneration – die Voraussetzung für eine erneute Massenvermehrung – ausschließt. Und nicht zuletzt: Die Nachfrage nach Holz ist seit Jahresbeginn deutlich gestiegen und mit dieser auch der Holzerlös. Das sind laut Aussage von ThüringenForst erstmals wieder gute Rahmenbedingungen für die Sanierung von Käferbäumen seit Beginn der Dürre 2018.

Quelle: ThüringenForst