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Thüringen: Erneut gerissene Schafe im Wolfsgebiet aufgefunden

Im Wolfsgebiet rund um den Standortübungsplatz Ohrdruf wurden heute (21.8.2017) in der Nähe von Wölfis erneut fünf Schafe und eine Ziege tot aufgefunden.

Eine weitere Ziege verendete aufgrund schwerer Bissverletzungen wenige Stunden später. Auch ein Schaflamm musste verletzungsbedingt eingeschläfert werden. Die weidende Herde umfasste ca. 800 Schafe und Ziegen und brach vermutlich nach dem Aufscheuchen aus der Weide aus. Ob weitere Tiere vermisst werden, ist aufgrund der Herdengröße derzeit noch unklar. Die Schafsherde mit insgesamt rund  800 Tieren war nachts durch einen Elektrozaun mit einer Höhe von 1,10 m umgeben, der durch den Ausbruch der Herde teils umgestoßen war. Der Vorfall ereignete sich nur unweit der Schafsrisse vom 10. und 11. August 2017. Die nach dem Thüringer Managementplan für den Wolf vorgesehene Begutachtung durch den Rissgutachter der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) ist bereits erfolgt. Dabei wurden auch Genproben entnommen.

Mittlerweile liegen erste Genprobenergebnisse der Risse am 10. und 11. August 2017 nahe Wölfis vor. Demnach bestätigt das Senckenberg-Institut in Gelnhausen, dass bei drei der fünf am 10. August 2017 entnommenen Genproben als Verursacher ein Wolf nachgewiesen werden konnte. Eine Bestimmung des Geschlechts und Individuums dauert noch an, ebenso die Genanalyse der am 11. August 2017 aufgefundenen Schafe. Laut dem vorliegenden Wertgutachten der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft ist dem betroffenen Schäfer insgesamt ein Schaden in vierstelliger Höhe   entstanden. Der betroffene Schäfer wird für den Verlust der Tiere finanziell durch das Land Thüringen entschädigt.

Im Juli und August 2017 kam es im Umkreis um den Standortübungsplatz Ohrdruf zu mehrfachen Wolfsrissen. Bei den Rissen von Schafen am 10. und 11. August 2017 in der Nähe von Wölfis im Landkreis Gotha wurden insgesamt 21 Mutterschafe getötet.

Die Richtlinie für die Förderung von Präventionsmaßnahmen und für die Schadensregulierung auf der Homepage des Umweltministeriums: www.thueringen.de

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