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Die ursprünglich in Südosteuropa beheimatete Auwaldzecke wurde erstmals 2006 in Thüringen entdeckt. Jüngst kam die tropische Hyalomma-Zecke hinzu.

Thüringen: Die Zeckenzeit beginnt 2020 früh

Dieses Jahr ist schon im März mit Zecken zu rechnen. Grund dafür ist der viel zu milde Winter. Exotische Zeckenarten nehmen auch in Thüringen zu.  Durch die Berücksichtigung weniger Hinweise lassen sich die Erkrankungsrisiken aber deutlich minimieren, wie ThüringenForst informiert.

Mit den steigenden Lufttemperaturen nimmt die Zahl der Erholungssuchenden im Wald wieder deutlich zu. Leider auch die Zahl der Zecken, die ihre Winterstarre beenden. Diese können bei Kontakt mit dem Menschen durch Blutsaugen gefährliche Krankheiten übertragen. Jährlich erkranken im Freistaat 400 bis 500 Personen an zeckenübertragener Borreliose, 8 bis 15 an der gefährlichen Hirnhautentzündung (FSME). Als FSME-Risikogebiete gelten insbesondere Süd- und Ostthüringen, darunter die Wälder um Hildburghausen, Jena, Gera, Schleiz – und nun auch Schmalkalden und Meiningen.

Schon ab 6° C werden Zecken aktiv

„Zecken sind ab einer Lufttemperatur von etwa 6° C aktiv und verlassen den Boden, der zuvor als Winterquartier diente“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Die bundesweit vorkommenden rund 20 Zeckenarten können über 60 Krankheiten übertragen, am häufigsten die Borreliose, selten die FSME. Oft bleibt die Borreliose wegen grippeähnlicher Krankheitszeichen unerkannt, die Betroffenen – oft Förster, Waldbesitzer, Forstwirte, Gärtner oder Waldbesucher – versäumen deshalb häufig die rechtzeitige Antibiotika-Behandlung. Gegen die ebenfalls durch Zecken übertragbare, deutlich seltenere, gleichwohl gefährliche FSME, können sich Erwachsene wie auch Kinder präventiv impfen lassen.

Förster-Tipps verhelfen zum risikoarmen Waldbesuch

Wichtig für den Waldbesucher: Waldwege nicht verlassen, Wiesenquerungen bei hohem Graswuchs meiden, ebenso Lichtungen, Gebüsche, Unterholz, Bach- und Flussläufe. Die Zecken sitzen dort gern auf besonnten Gräsern und Zweigen vorwiegend in 30-60 cm Höhe und lassen sich von einem Wirtstier oder eben auch dem Menschen im Vorbeigehen abstreifen. Ihr Opfer erkennen sie am Schweißgeruch. „Deshalb umgehend nach einem Waldbesuch den Körper nach möglichem Zeckenbefall kontrollieren, insbesondere Kniekehlen, Leistenbereich und Nacken, bei Kindern den ganzen Körper“, empfiehlt Gebhardt. Das Tragen heller, geschlossener Kleidung einschließlich Schuhwerk hilft, die dunkelbraun gefärbten Zecken bzw. Nymphenstadien frühzeitig zu erkennen bzw. abzuwehren. Das Tragen der Socken über der Hose ist ebenfalls ein probates Mittel, um der Zecke den Weg vom Kleidungsstück zur Haut zu verwehren. Zusätzlich gibt es wirksame Lotionen, Cremes und Sprays, die zeckenabstoßend wirken. Auch ggf. mitgeführte Haus- oder Heimtiere wie Hund oder Pferd sollten auf Zeckenbefall kontrolliert werden.

Was tun im Fall der Fälle?

Der beste Schutz vor der FSME-Erkrankung ist die vorsorgliche Impfung, weil der Virus sofort beim ersten Blutsaugen übertragen wird. Der beste Schutz vor der häufigeren Borreliose ist das schnelle Entfernen der Zecke, da das Bakterium erst mehrere Stunden nach dem Saugen aus dem Darmtrakt der Zecke in die Wunde transportiert wird. Je länger die Zecke saugt, desto größer ist deshalb die Wahrscheinlichkeit dieser Art von Ansteckung. In die Haut eingestochene und blutsaugende Zecken deshalb zügig, aber vorsichtig, mit einer Zeckenzange oder einer Zeckenkarte den Kopfbereich der Zecke umfassend, das Tier entgegen der Einstichrichtung – gleichsam im Rückwärtsgang – aus der Haut ziehen. Gelingt dies nicht, weil sich das Spinnentier fest eingestochen hat, empfiehlt Gebhardt den Gang zum Arzt, um sich die Blutsauger professionell entfernen zu lassen und sich einer ggf. erforderlichen Medikamentierung zu unterziehen. Niemals die Zecke besprühen, einreiben, abbrennen oder abkratzen.

Auch Exoten halten Einzug

Wurde die südosteuropäische Auwaldzecke erstmals 2006 in Deutschland nachgewiesen, ist im letzten Jahr die tropische Hyalomma-Zecke in Deutschland entdeckt worden. Sie ist doppelt so groß wie der häufig vorkommende Holzbock und überträgt das gefährliche Kongo-Fieber. Diese Zeckenart nimmt einen Wirt auf bis zu zehn Metern wahr und läuft aktiv auf ihn zu. Experten machen die zunehmende Klimaerwärmung für die Verbreitung dieser exotischen Zeckenarten in Deutschland verantwortlich.

 

Weitere Infos findet ihr bei uns oder auch hier: Zecken im Wald

Quelle: ThüringenForst

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