Forstpolitik

Thüringen: Aktionsplan Wald 2030 zeigt erste Erfolge

Bearbeitet von Martin Steinfath

Thüringens Forststaatssekretär Torsten Weil stellte am 25. Mai den Umsetzungsstand des Aktionsplans Wald 2030 vor. Die meisten Maßnahmen würden bereits schrittweise umgesetzt und zeigten erste Erfolge.

Als wichtigste Meilensteine der Umsetzung des Aktionsplans „Grünes Herz Thüringen – Aktionsplans Wald 2030ff“ nannte Weil die finanzielle und personelle Stärkung der Landesforstanstalt durch eine Gesetzesanpassung vom 23. November 2020. Zudem sei die Landesforstanstalt finanziell erheblich besser ausgestattet worden. So stehen jährlich über 30 Mio. Euro für hoheitliche Aufgaben zur Verfügung. Bis 2036 erhält die Landesforstanstalt für Waldumbaumaßnahmen in allen Waldeigentumsformen 11 Mio. Euro im Jahr zusätzlich. Als weitere Maßnahme des Aktionsplans wurde die Förderung der kommunalen und privaten Forstbetriebe in Thüringen verbessert.

Mit zwei Förderrichtlinien wurden zahlreiche forstwirtschaftliche Maßnahmen der Waldbesitzer seit 2020 bereits mit fast 20 Mio. Euro jährlich gefördert. „Ab Anfang Juni wird die bestehende Förderung noch ergänzt. Wir sind bundesweit Vorreiter, indem wir Ökosystemleistungen von Wäldern mit Blick auf die CO2-Bindung honorieren und vergüten. Da wir einen hohen Laubbaumanteil und eine zertifizierte Bewirtschaftung besonders fördern, setzen wir ein Anreizsystem für Wälder mit erwarteter höherer Klimastabilität. Für 2021 stehen insgesamt 15 Millionen Euro als Flächenprämie für die Forstbetriebe bereit“, so der Staatssekretär.

Weitere Maßnahmen des Aktionsplans Wald

Folgende weitere Maßnahmen werden im Rahmen des Aktionsplan Wald 2030ff umgesetzt:

  • Bodenschonende Arbeitsverfahren wie der Einsatz von Rückepferden und selbstfahrende Forstraupen zur Bodenvorbereitung für die Wiederbewaldung werden dieses Jahr mit 480.000 Euro gefördert.
  • Die Forstbaumschule Breitenworbis erhielt mehr Personal und Technik und neue Saatgutplantagen wurden angelegt.
  • Am Forstlichen Forschungs- und Kompetenzzentrum Gotha werden Forschungsprojekte zur Klimaanpassung von Wäldern unterstützt.
  • In Kooperation mit dem Thüringer Innenministerium wurden die technischen Kapazitäten zur Waldbrandbekämpfung weiter. verbessert und eine enge Zusammenarbeit zwischen Forstämtern, Gemeinden, Feuerwehr und Katastrophenschutz bei Waldbränden mit Fort- und Weiterbildungen abgesichert.
  • Seit 2019 wurden zudem 22 Löschteiche saniert und bis 2022 sind 1,4 Mio. Euro für die Ertüchtigung 44 weiterer Teiche eingeplan.
  • die Thüringer Bauordnung wurde überarbeitet, um klimafreundliches Bauen mit Holz zu erleichtern und die Wertschöpfungskette Holz in Thüringen zu verbessern.
  • Für die externe Expertise zur Etablierung einer Thüringer Holzbaukultur gründete sich im Herbst 2020 die Holzbau-Allianz, die von der Stiftung Baukultur Thüringen koordiniert wird und durch die Konzepte zur Förderung des Holzbaues erarbeiten werden.

Lesen Sie hierzu auch unseren Beitrag „Thüringener Aktionsplan Wald beschlossene Sache“.

TMIL