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Thermoholz-Qualität e.V. gegründet

Thermoholz-Qualität e.V. gegründet

Am 23. Februar gründeten folgende Thermoholz-Hersteller aus Österreich und Deutschland aus der Fachgruppe Thermoholz im Bundesverband Säge- und Holzindustrie Deutschland (BSHD) den Thermoholz-Qualität e.V.: Firstwood GmbH, Herbert Hagensieker Sägewerk GmbH, Holz Schiller GmbH, Holzbodenwerk Krottenthaler GmbH & Co. KG, Menz Holz GmbH & Co. KG, Thermoholz Austria GmbH (Mirako), Timura Holzmanufaktur GmbH. Zum Vorsitzenden der Gütegemeinschaft wurde Rainer Buchmann (Menz Holz), zu seinem Stellvertreter Detlef Zemlin (Firstwood), gewählt. Geschäftsführer ist Klaus Kottwitz (Regionalleiter im BSHD). Die Geschäftsstelle befindet sich in den Räumen des BSHD in Berlin.

Ziel des Vereins ist die Qualitätssicherung für Thermoholz mit einem Qualitätssiegel. Es sollen Standards für verschiedene Verwendungsbereiche definiert werden, um die dynamische Entwicklung des Produktes Thermoholz  abzusichern. „Es werden im Markt Versprechen zu Thermoholz gegenüber dem Verbraucher abgegeben, die nicht einhaltbar sind“, so der Vorsitzende der neuen Gütegemeinschaft Rainer Buchmann, Menz Holz. „Wir müssen die Fehler aus der Vergangenheit vermeiden, die für andere dauerhafte Holzprodukte gemacht wurden und frühzeitig für Vertrauen in das Produkt sorgen. 

Zentrales Thema für Thermoholz ist nach wie vor die Dauerhaftigkeit, hier wird ein hoher Vertrauensvorschuss des Verbrauchers benötigt, der nicht enttäuscht werden darf. Die Quittung würden wir erst viel später erhalten, aber mit nachhaltiger Wirkung“, ergänzt Detlef Zemlin, der stellvertretende Vorsitzende. Der Thermoholz-Qualität e.V. möchte mit verlässlichen Kriterien und einer Produktionskontrolle durch unabhängige Wissenschaftler das Vertrauen des Verbrauchers gewinnen.

Ein Qualitätsausschuss, dessen unabhängige Beisitzer Dr. Wolfram Scheiding (Institut für Holztechnologie Dresden) und Dr. Christian Welzbacher (Leibniz Universität Hannover) sind, soll die Prüfungen in den Unternehmen beurteilen und über die Erteilung des Qualitätssiegels beschließen.

Als Kriterienkatalog gelten die vom Institut für Holztechnologie Dresden und Leibniz Universität Hannover in Kooperation und im Auftrag der Thermoholz-Hersteller entwickelten „zehn Gebote für Thermoholz“. Sie sind Grundlage für die Qualitätssicherung und lauten:

1. Das Qualitätssiegel bezieht sich auf Thermoholz (thermisch modifiziertes Holz),  das allein durch Einwirkung von Wärme bei Temperaturen zwischen 160 °C und 230 °C bei reduziertem Sauerstoffgehalt mit verschiedenen Verfahren hergestellt wird.
2. Das Holz stammt aus nachhaltig bewirtschafteten, überwiegend europäischen Wäldern oder aus zertifizierten Forstbetrieben?
3. Die wichtigsten Eigenschaften von mit dem Qualitätssiegel zertifiziertem Thermoholz werden durch unabhängige Dritte nach gültigen Prüfnormen unter Berücksichtigung normativer bzw. gesetzlicher Anforderungen ermittelt.
4. Mit dem Gütesiegel zertifiziertes Thermoholz erfüllt alle bestehenden normativen bzw. gesetzlichen Anforderungen.
5. Die Deklaration der wichtigsten Eigenschaften, die typischen Verwendungsbereichen zugeordnet sind, erfolgt durch technische Datenblätter, die frei zugänglich sind. Jede Lieferung ist mit einem Etikett gekennzeichnet, das Informationen zu Hersteller, Holzart, Behandlungsstufe, Charge sowie Verwendungsbereichen enthält.
6. Die gleichbleibende Qualität der Produkte mit dem Qualitätssiegel „Thermoholz“ wird durch eine werkseigene Produktionskontrolle (WPK) sichergestellt, die regelmäßig durch unabhängige Dritte überwacht wird. Die Regelungen zur WPK sind in einem Qualitätshandbuch festgelegt.
7. Die Rückverfolgbarkeit wird durch die Kennzeichnung der Lieferungen mit einem Etikett und die interne Dokumentation beim Hersteller gewährleistet.
8. Die Produktionsanlagen erfüllen alle rechtlichen und technischen Anforderungen, insbesondere hinsichtlich des Arbeits- und Umweltschutzes.
9. Die Zertifizierung mit dem Qualitätssiegel „Thermoholz“ erfolgt durch einen Qualitätsausschuss, dessen Mehrheit durch unabhängige Dritte gebildet wird.
10. Die jährliche Fremdüberwachung (Einhaltung der Qualitätskriterien) erfolgt durch zwei unabhängige Prüfstellen.

Als nächstes wird die Gütegemeinschaft ein Qualitätssiegel festlegen und das notwendige Satzungswerk verabschieden.

BSHD

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