Baum und Natur

Lost in den woods – Tipps für ein sicheres Wandern

Bearbeitet von Mirjam Kronschnabl-Ritz

Meldungen über verirrte Waldwanderer lassen immer wieder erstaunt aufhorchen. Gerade in den Mittelgebirgen kann Orientierungsverlust aber schnell eintreten. Thüringenforst gibt Tipps!

Speziell in den Mittelgebirgen können sich Waldwanderer durchaus verlaufen. Wald sieht eben aus wie Wald, zumindest für den Nichtforstprofi. Forstwege verlaufen nicht selten mit wenigen Kreuzungspunkten und unter dem Kronendach ist der Sonnenstand, an dem man zumindest die Himmelsrichtung ablesen könnte, nicht immer klar erkennbar.

Panik breitet sich aus

Doch es gibt etwas weitaus schlimmeres: die Panik. Die stellt sich ein, wenn man erkennt, nicht zu wissen, wo man ist. Vor allem für den, der allein unterwegs ist. Die Panik verstärkt sich v.a. in den Abendstunden und den Stunden davor. Dann werden oft genug die Kräfte bei der Suche nach Waldorten mit Handyempfang verbraucht. Die Beachtung einiger Regeln können vor dieser hilflosen Situation bewahren und womöglich den Einsatz der Bergrettung verhindern.

Gute Planung ist das A und O

Ein sicherer Ablauf beginnt schon mit der Planung. Ausgangspunkt sollte eine aktuelle Wanderkarte sein – mit eingezeichneter Route. Ein Wanderer läuft etwa vier Kilometer pro Stunde. Damit lassen sich Distanzen auf der Karte einteilen, Steigungen abschätzen, Wegekreuzungen identifizieren, Schutzhütten markieren oder markante Aussichtpunkte als Etappen festlegen. Sich ausschließlich auf das Smartphone zu verlassen, birgt zwei Risiken: Nicht überall ist die Empfangssituation gleich gesichert und der Geräte-Akku ist bei regelmäßiger Online-Nutzung schnell leer.

Gute Ausrüstung ist unerlässlich

Neben solidem Schuhwerk und geeigneter Kleidung gehören Wanderkarte, Smartphone, Trillerpfeife, Stirnlampe, Kompass und Rettungsdecke, nebst Proviant, in den Rucksack. Je nach Schwierigkeitsgrad der Wanderung ist auch verstellbare Wanderstöcke, Isolationsjacke und Wechselkleidung, sowie bei Schneewanderungen Gamaschen und eine (Gletscher)brille zu achten. Weiter kann es nicht schaden, v.a. bei Alleinwanderungen Familienmitgliedern oder Freunden von der Wanderung zu erzählen und gewisse Standorte zu teilen. So ist es möglich, dass eine Rettung im Falle eines Falles schneller erfolgen kann. Erste-Hilfe-Set, Sonnencreme und Zeckenzange sollten auch nicht fehlen.

Und so mancher Wanderfreund hat auch eine Powerbank für den Smartphone-Akku dabei.

Für den Fall der Fälle: Ruhe bewahren!

Im Falle der Orientierungslosigkeit gilt es vor allem, die Ruhe zu bewahren. Ein konzentriertes Studium von Karte und Kompass oder die Zuhilfenahme des eingeloggten Smartphones hilft oft, eine erste Ortseinschätzung zu treffen. Ein „Umherlaufen“ ist dagegen wenig hilfreich und schwächt nur die Konstitution. Im Zweifelsfalle: Immer Forstwege nutzen, die bergab führen! Nach Strommasten Ausschau halten, die meist zu Liegenschaften führen. Die Trillerpfeife regelmäßig als Signal für Dritte nutzen. Als Faustregel gilt: Etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang sollte man den Wald verlassen haben. Erscheint dies nicht möglich, den Notruf 112 wählen. Das Smartphone dann angeschaltet lassen, um eine Ortung durch die Bergrettung zu ermöglichen. Von Nachtwanderungen im Wald wird abgeraten. Die Sturz- und damit Verletzungsgefahr ist viel zu groß, die Orientierung weitestgehend eingeschränkt.

Übrigens: Der US-Forest Service (US-FS) gab schon 1946 ein Merkblatt heraus, das im Wald verirrten Wanderern mit Tipps half (What to do – when lost in the woods). Die wichtigste Empfehlung: Einen kühlen Kopf bewahren.

Checkliste zum Abhaken für eure sichere Wanderung

Quelle: Red/ThüringenForst