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Teutoburger Wald erfüllt Anforderungen für Nationalpark

Teutoburger Wald erfüllt Anforderungen für Nationalpark

Laut eines Fachgutachtens des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV NRW) erfüllt das Gebiet Teutoburger Wald/Eggegebirge alle naturschutzfachlichen Kriterien für die Ausweisung zu einem Nationalpark. In die Bewertung einbezogen wurde ein Gebiet mit einer Flächengröße von 8650 ha in den Kreisen Lippe, Höxter und Paderborn. Dabei handelt es sich laut Gutachten um eine international bedeutsame Kombination aus großflächigen Wäldern mit Felsen und Höhlen sowie die Besonderheit großflächiger Sandböden im Mittelgebirge. Hinzu kommen besonders gut ausgebildete Artengemeinschaften von Tieren und Pflanzen in natürlichen Lebensräumen.

Bereits seit mehreren Jahren setzt sich der Kreis Lippe für die Ausweisung eines Nationalparks im Teutoburger Wald ein. Unterstützt wird er dabei von der Landesregierung. „Die Ergebnisse des Gutachtens bestätigen uns darin, die Initiativen der Region zur Ausweisung eines Nationalparks weiter aktiv zu unterstützen“, so Umweltminister Johannes Remmel. „Die Mischung aus alten Buchenwäldern, Höhlen und Sandböden ist ebenso einzigartig wie die bemerkenswert große Artenvielfalt. Dazu gehören Wildkatzen, der Uhu, dreizehn verschiedene Fledermausarten oder der seltene und scheue Schwarzstorch. Die nationalen Nationalpark-Vorgaben werden erfüllt.“ Schon in wenigen Jahren nach Nationalparkgründung könnte auf dem überwiegenden Teil der Fläche eine natürliche Entwicklung ermöglicht werden. Dies zeichnet das Gebiet auch im Vergleich zu verschiedenen schon bestehenden Nationalparken in Deutschland aus. Spätestens 30 Jahre nach Gründung des Nationalparks wäre laut LANUV-Gutachten auf mindestens 75 % der Fläche eine natürliche Entwicklung möglich. Damit würde der geplante Nationalpark auch die entsprechenden internationalen Empfehlungen erfüllen.

Neben dem Schutz der Natur gehören auch das Naturerlebnis der Bevölkerung, Umweltbildung und die wissenschaftliche Umweltbeobachtung zu den gesetzlichen Aufgaben von Nationalparken. „Nationalparke werden nicht nur für den Erhalt von Tieren und Pflanzen eingerichtet, sondern auch für das Erleben einer unberührten Landschaft für den Menschen. Wanderwege, Erlebnispfade, Führungen, Ausstellungen und eine entsprechende Infrastruktur für die touristische Nutzung machen Nationalparke erlebbar und können gleichzeitig auch zu einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung der gesamten Region beitragen“, so Remmel.

Ökologisch besonders wertvoll ist zudem der unzerschnittene Verbund mit der direkt benachbart liegenden Senne, die als bedeutendstes Schutzgebiet von Nordrhein-Westfalen auch nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie geschützt ist.

Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutzdes NRW

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