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Der Semi-Truck von Tesla kommt 2020

Der erste Elektro-Sattelschlepper von Tesla sollte eigentlich schon 2018 auf den Markt kommen, jetzt hat der US-amerikanische Hersteller die erste Kleinserie des Semi-Truck auf 2020 verschoben. Grund für die Verzögerung waren Engpässe bei der Batterieproduktion.

Zwei Versionen

Den Tesla Semi Truck wird es mit einer flachen Kabine geben und in einer Langstreckenvariante mit Hochdach und Schlafkabine Foto: Imago Images

Den Tesla Semi wird es in zwei Batterievarianten geben. Die Basisversion verspricht eine Reichweite von rund 480 km, die Topp-Version soll über 800 km weit fahren können – jweils bezogen auf einen voll beladenenen 40-t-Zug.

Damit die Ladezeiten nicht zu lang werden, will Tesla auch einen sogenannten Gigacharger auf den Markt bringen, mit dem man die Batterie in 30 min soweit aufgeladen kann, dass sie wieder 50 % der maximalen Reichweite durchhält. Um die versprochenen Reichweiten zu schaffen, brauchen die Akkus einen Energigehalt von etwa 1 000 kWh. Das ist soviel wie ein Vier-Personen-Haushalt in drei Monaten verbaucht und rund zehn mal soviel, wie bei einem großen Pkw-Akku von Tesla. Allein diese Riesenbatterie dürfte 7,5 t wiegen und 100 000 US-$ kosten, haben Experten ausgerechnet.

Größere Stückzahlen sind bestellt

Bei den Kosten kursieren bisher Preise aus den Niederlanden, wo die Basisversion ab 130 000 € mit bis zu 475 km Reichweite kosten soll, für die Top-Version werden 150 000 € veranschlagt. Die Founders-Serie muss direkt bei Bestellung mit 170 000 € bezahlt werden. In den USA haben Firmen wie die US-Tochter der Deutschen Post, die Brauerei Anheuser-Busch oder die Supermaktkette Walmart bereits größere Stückzahlen bestellt.

Daimler, Peterbildt und Einride

Der autonom fahrende E-Lkw Einride darf seoit Januar auf öffentlichen Straßen fahren Foto: Einride

Außer Tesla erproben auch Konzerne wie Daimler oder Peterbildt Prototypen rein elektrisch betriebene Schwerlast-Lkw. Das schwedische Startup Einride arbeitet außerdem an einem autonomen Elektro-Lkw. Dafür haben Investoren dem schwedischen Mutterunternehmen Cleantech gerade erst wieder 25 Mio. US-$ überwiesen. Das Unternehmen will nun in den USA expandieren und die Markteinführung beschleunigen. Seit Januar 2019 darf der autonome Einride auch auf öffentlichen Straßen fahren. Zu den ersten Kunden zählt DB Schenker.

Akku-Forschung

Die Entwicklung scheint rasend schnell zu verlaufen. Das zeigen die neuen Batterien, die Tesla für seine Pkw angekündigt hat. Bisher sind die Tesla-Pkw auf 1,6 Mio. km ausgelegt, während die Batterien in dieser Zeit ein- oder zweimal ausgetauscht werden müssen. Die neuen Lithium-Ionen-Batteriezellen des Unternehmens sollen gleich zwei- bis dreimal länger halten. In der Branche gilt das als Technologiesprung. Es ist aber noch nichts im Vergleich dazu, was die Forschung aktuell verspricht: US-Forscher aus Pennsylvania haben nun einen Lithium-Ionen-Akku gebaut, der sich innerhalb von zehn Minuten zu 80 % wieder mit Energie versorgen lässt.

 

Red.

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