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Tagung zur Pflege und Bewirtschaftung der Baumart Kiefer im Forstbezirk Leipzig

Tagung zur Pflege und Bewirtschaftung der Baumart Kiefer im Forstbezirk Leipzig

Am 7. April 2017 veranstaltete der Forstbezirk Leipzig die nunmehr achte Regionaltagung für Waldbesitzer in Wermsdorf (Landkreis Nordsachsen).

Nachdem in den zurückliegenden Jahren die Themen Eichenwirtschaft, Naturschutz im Wald, bodenschonende Holzernte, Forstförderung und Holzsortierung im Mittelpunkt standen, widmete sich die diesjährige Tagung der Baumart Kiefer.
Die Wald-Kiefer bzw. Gemeine Kiefer (Pinus sylvestris) nimmt laut Bundeswaldinventur im Freistaat Sachsen rund 28 % der Baumartenfläche ein. Dabei gehen die Kiefernbestände im Osten Deutschlands oft auf Neubegründungen von Kahlflächen zurück, die nach Reparationshieben in Folge des Zweiten Weltkrieges entstanden. Sie haben flächenmäßig einen Schwerpunkt in der dritten und vierten Altersklasse und stehen jetzt am Übergang von der Durchforstung zur beginnenden Erntenutzung.
Theorie …
An diese Ausgangssituation knüpfte die diesjährige Regionaltagung in Wermsdorf mit dem Thema „Pflege und Bewirtschaftung der Baumart Kiefer“ an. Die Tagung war in einen Vortrags- und einen Praxisteil gegliedert. Nach den Grußworten des Vorsitzenden des Sächsischen Waldbesitzerverbandes, Prof. Dr. Andreas W. Bitter, sowie des Wermsdorfer Bürgermeisters, Matthias Müller, beschrieb Dr. Katja Skibbe, Technische Universität Dresden, Fakultät Forstwissenschaften, den Teilnehmern im ersten Vortrag die ökologischen Eigenschaften der Baumart. Ihr Kurzportrait reichte von der natürlichen Verbreitung der Baumart über ihre ökologischen Standortsansprüche bis hin zur Verjüngungsstrategie der Kiefer sowie ihrer Anpassungsfähigkeit an sich ändernde Umweltbedingungen.
An diesen Punkt knüpfte auch der zweite Vortrag von Markus Lohr, Referent für Klimawandel/Adaption der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) an. Er erläuterte anschaulich und mit regionalem Bezug die zu erwartenden Klimaveränderungen und beschrieb Möglichkeiten, die damit verbundenen Risiken für die Baumart Kiefer z.B. durch die Anlage von Mischbeständen, Verkürzung der Umtriebszeiten und Pflege der Einzelbäume zu begrenzen.
Im dritten Vortrag des Tages griff Sven Martens, Waldbaureferent des Staatsbetriebes Sachsenforst die Ergebnisse von drei ertragskundlichen Versuchen im Wermsdorf Wald auf und zeigte eindrucksvoll, dass eine wertorientierte Einzelbaumpflege nicht nur stabilisierende Effekte auf den gepflegten Waldbestand ausübt sondern auch eine deutliche Wertsteigerung des verbleibenden Bestandes zur Folge hat.
… und Praxis der Kiefernbewirtschaftung
So motiviert folgte zum späten Nachmittag ein großer Teil der rund 90 Teilnehmer trotz Regens noch zur Exkursion in den Wermsdorfer Wald, Revier Collm. In drei Gruppen eingeteilt, konnten die Teilnehmer der Übung selbst eine wertorientierte Auszeichnung vornehmen. Die persönlichen Auszeichnungsergebnisse wurden vor Ort mittels Laptop und mobilem Drucker ausgewertet und übergeben. Dabei zeigte sich, dass in Abhängigkeit von Durchforstungsturnus, persönlichen Zielvorstellungen und individueller Handschrift unterschiedliche Wege zum Ziel führen können. Denn trotz unterschiedlicher Eingriffsstärke und Entnahmebaumauswahl, erreichten alle Teilnehmer in ihrer Durchforstungsübung eine deutliche zukünftige Wertsteigerung am verbleibenden Bestand.
Zusammenfassend ging damit eine für alle Beteiligten erfolgreiche Tagung zu Ende, deren Organisation und Durchführung sich als Gemeinschaftsprojekt von Sachsenforst, Sächsischem Waldbesitzerverband und Technischer Universität Dresden, Fakultät Forstwissenschaften, bewährt hat.
Fotoimpressionen zur Tagung sind im Internet unter www.sachsenforst.de einzusehen.
 
Alle Vorträge zur Tagung sowie die Ergebnisse der Beispielauszeichnungen können im Forstbezirk Leipzig angefordert werden (E-mail: poststelle.sbs-leipzig@smul.sachsen.de).
Staatsbetrieb Sachsenforst, Forstbezirk Leipzig

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