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Tagung zur Nadelrohholzversorgung

Tagung zur Nadelrohholzversorgung

Die Nadelholz verarbeitende Holzindustrie ist ein Schwergewicht in Deutschland: Allein die Schnittholzindustrie verbraucht zu 95 % Nadelholz und ist für die Mobilisierung der Holzbiomasse die wichtigste Industrie. Die Sicherung der Nadelrohholzversorgung war das zentrale Thema einer vom Niedersächsischen Kompetenznetz für Nachhaltige Holznutzung (NHN) organisierten Fachtagung am 12. November in Göttingen.
Aus seiner Analyse folgert Prof. Dr. Udo Mantau von der Universität Hamburg: Nadelholz wird in einer stark wachsenden Wirtschaft stärker nachgefragt als alle anderen Holzarten. Beim Nadelholz werden die Knappheiten – auch europaweit – zuerst und dauerhaft spürbar sein. Ob der Ausgleich über Importe erfolgen kann ist fraglich, da die Knappheitssituation im Rest der Welt zumindest nicht geringer ist.
Dargestellt und diskutiert wurden auf der Tagung außerdem sowohl Kapazitätsanpassungen und die Substitution von Nadel- durch Laubholz als auch waldbauliche Möglichkeiten. Die Substitution von Nadelholz ist in Teilbranchen möglich, stößt aber schnell an ihre nicht nur technologischen Grenzen. Waldbaulich erfordert die steigende Nadelrohholznachfrage eine Effizienzsteigerung in der Nadelholzwirtschaft bei zunehmender Flächenkonkurrenz mit dem Naturschutz. Prof. Dr. Hermann Spellmann von der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt verweist nicht nur auf die Beachtung der Flächenproduktivität und differenzierte Endnutzungskonzepte, sondern insbesondere auch auf die angemessene Nadelholznachzucht, die Integration anbauwürdiger fremdländischer Baumarten und mehr Mischbestände mit führendem Nadelholz. Das Nadelholz bleibt, auch das machte die Tagung deutlich, für den Großteil der öffentlichen Forstbetriebe weiterhin der Ertragsbringer Nr. 1 und ist für einkommensabhängige Privatbetriebe überlebensnotwendig.
fp

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