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Tagung „Biomass to Power and Heat“ 2016

Tagung „Biomass to Power and Heat“ 2016

Das Thema Energie aus Biomasse im Austausch von Wissenschaft und Praxis

„Erneuerbare Energie gibt es gar nicht“, sagte der sächsische Umweltminister Thomas Schmidt bei seinem Grußwort zur 6. „Biomass to Power and Heat“ am 1.6.2016. Er spielte damit auf die Physik an. Aber er zwinkerte etwas mit den Augen, denn die „Erneuerbaren“ sind ein Label, das bei der Beschreibung des Übergangs der Energieversorgung zu einer stärkeren Nutzung der Sonnenenergie jeder versteht.

Sonnenstrahlung kann man auf verschiedenen Wegen einem Nutzen für die Menschen zuführen,  z.B. direkt durch Sonnenkollektoren. Man kann aber auch abwarten, bis sich ein Teil der Solarenergie in Strömungsenergie von Wind und Wasser verwandelt hat und von dieser entnehmen. Man kann aber auch die Wirkung der Photosynthese nutzen, die Solarenergie in Pflanzen speichern kann,  und die chemische Energie der Biomasse dann in Biomassekraftwerken und Biomasseheizwerken nutzen.

In der Energiewirtschaft gibt es nahezu eine Inflation der Wortkombinationen mit „to“, die immer eine Gruppe von Technologien kurz  beschreiben wollen. Da gibt es „Power to Gas“, „Biomass to Power“, „Power to Heat“ und viele andere. „Biomass to Power and Heat“ pielt mit diesen Worten und schlägt den Bogen von der Biomasse als solarem Energiespeicher hin zu den Nutzenergien Elektrizität und Wärme. 

Effiziente energetische Nutzung fester Biomasse

Die Tagung „Biomass to Power and Heat“ wurde erstmals 2011 unter dem Namen „Elektroenergie aus Biomasse“ veranstaltet. Hervorgegangen war sie aus einer Session zur Biomassenutzung im Jahr 2008 und hat sich in den letzten fünf Jahren zu einer festen Größe in der energetischen Biomassenutzungsthematik entwickelt. In diesem Jahr stand vor allem die Kooperationsentwicklung mit den östlichen Nachbarländern im Mittelpunkt.
Zur Veranstaltung konnten knapp 90 Teilnehmer begrüßt werden, die vor allem Fragestellungen zur effizienten energetischen Nutzung fester Biomasse diskutierten. Die damit im Zusammenhang stehenden Fragestellungen der dezentralen Strom- und Wärmebereitstellung aus Biomasse wurden durch die Vortragenden aus vielen Blickwinkeln erörtert und legten somit die Grundlage für angeregte Diskussionen in den Pausen. So wurden einerseits Möglichkeiten der nachhaltigen Biomassebereitstellung und andererseits Risiken der Lagerung und Entwicklungen von Konversionsverfahren vorgestellt.
Einen weiteren Schwerpunkt bildete die energetische Biomassenutzung durch Konzepte auf Basis von Stirlingmotoren bis hin zu Regelung- und Überwachungssystemen für die Effizienzsteigerung und Schadstoffminderung. Darüber hinaus stellten Vertreter der Universität Prag die in Tschechien vorhandenen Aktivitäten zur energetischen Biomassenutzung vor. Der abschließende Vortragsblock befasste sich wiederum direkt mit den technischen Lösungen und Fragestellungen zur thermochemischen Umsetzung von Biomasse.

Die Vortragenden waren aus ganz Deutschland, aber auch aus Tschechien, der Schweiz, Österreich und sogar aus Brasilien angereist. Sie vertreten vor allem privat und öffentlich finanzierte Forschungseinrichtungen sowie fachliche Bundes- und Landeseinrichtungen.
Parallel zur Plenarveranstaltung präsentierten sich in diesem Jahr diverse Unternehmen und Vereine im Rahmen von kleinen Messeständen, wodurch den Tagungsteilnehmern zusätzlicher Raum für Detailfragen und Anregungen geboten wurde.

Hauptaugenmerk der Veranstaltung ist seit jeher der intensive Austausch von Wissenschaft und Praxis – ein Mehrwert, der sowohl von den praxisorientierten Wissenschaftlern der Hochschule Zittau/Görlitz als auch von jenen Unternehmen und Institutionen geschätzt wird, die sich tagtäglich und ganz praktisch mit dem Thema Energie aus Biomasse beschäftigen.

Im Anschluss an das Fachkolloquium wird in Zusammenarbeit mit den einzelnen Referenten ein Tagungsband erstellt und veröffentlicht.

Die Veranstalter beabsichtigen in den nächsten Jahren weitere Veranstaltungen zu dieser Thematik an der Hochschule Zittau/Görlitz durchführen.
 
Hochschule Zittau/Görlitz

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