WaldÖkologie

Tag des Regenwurms: Warum ist der Bodenbewohner wichtig?

Bearbeitet von Carolin Föste

Warum gibt es einen Tag des Regenwurms? Für viele Tiere ist er eine Delikatesse, doch das allein ist noch kein Grund für Menschen, ihn am 15. Februar zu feiern. Seine Aufgaben im Wald machen ihn für Forstleute jedoch tatsächlich unerlässlich.

Unter den Füßen, in den Böden von Wäldern, Wiesen, Äckern und Gärten lebt ein wichtiger Helfer bei der Zersetzung von Pflanzenresten: Der Regenwurm. Auch für die Försterinnen und Förster ist er von großer Bedeutung. Das berichtet Wald und Holz NRW zur Feier des Tages. Durch seine Arbeit im Untergrund lockert er den Boden auf, verbessert die Verfügbarkeit von Wasser und Nährstoffen und trägt somit zur Fruchtbarkeit unserer Böden bei.

Das macht den Regenwurm nützlich für Böden und Wälder

Der Regenwurm legt im Boden ein weitverzweigtes Gängesystem aus Röhren an. Die Erde wird dadurch umgeschichtet und gelockert. Neben einer besseren Durchlüftung sorgt das für Wasserleitfähigkeit, was Pflanzenwurzeln dienlich ist. Die Nahrung des Regenwurms besteht aus abgestorbenen Blättern und Nadeln, sowie weiteren kleinen Pflanzenresten. Sein Kot bringt Nährstoffe in tiefere Bodenschichten. Bei der Bodenbildung arbeitet er außerdem nicht allein, sondern wird von vielen anderen Bodenorganismen unterstützt – von Bakterien und Pilzen bis hin zu Asseln und Tausendfüßlern.

„Ohne diese Tierchen würden wir in abgestorbenen Blättern und Totholz versinken“, bestätigt Dr. Christian Bluhm von der Abteilung „Boden und Umwelt“ an der Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA).

Der Regenwurm fördert klimastabile Wälder

„Der kleine und unscheinbare Regenwurm ist für den Wald ein großer und unerlässlicher Nützling“, meint auch Alexander Weller aus dem Sachgebiet Standortskunde bei Wald und Holz NRW. Gerade mit Blick auf die Wiederbewaldung der vielen, durch Klimaextreme und Borkenkäfer geschädigten Waldflächen, seien diese bodenverbessernden Eigenschaften des Regenwurms wertvoll.

Da der Regenwurm die Artenvielfalt deutscher Wälder stärke, will die FVA ein dauerhaftes, landesweites Monitoring etablieren, durch das räumliche und zeitliche Trends je nach Umweltentwicklung und Waldnutzung frühzeitig erkennbar werden. „Vor allem aufgrund des Klimawandels und der immer häufigeren Trockenheitsperioden ist so ein langfristiges Monitoring wichtiger als je zuvor“, sagt Bluhm.

Wo ist der Regenwurm zu finden?

Aufgrund seiner empfindlichen Außenhaut bevorzugt der Regenwurm eine schattige und feuchte Umgebung. Ist es ihm im Sommer zu heiß oder im Winter zu kalt, zieht er sich in tiefere Bodenschichten zurück. Darüber hinaus ist er empfindlich gegenüber zu niedrigen pH-Werten, weshalb man ihn eher selten in bodensauren Nadelwäldern antrifft.

„Den Regenwurm“ gibt es dabei nicht – allein in Deutschland kommen 47 verschiedene Arten vor, die sich in unterschiedlichen Bodenschichten wohlfühlen, in Europa sind es rund 400. In einem m2 Waldboden leben rund 100 bis 400 Regenwürmer. Der größte Vertreter der heimischen Arten ist der Badische Riesenregenwurm, der eine Körperlänge von 60 cm erreichen kann und nur in einem kleinen Gebiet des Südschwarzwaldes beheimatet ist.

Quelle: FVA-BW, Wald und Holz NRW