Baum und Natur

Tag des Baums: Von den Bäumen und was sie uns bedeuten

Bearbeitet von Jörg Fischer

Heute, am 25. April, ist der internationale Tag des Baums. Ein guter Anlass, sich einmal mit der Rolle zu befassen, die Bäume und Wälder in unserem Leben spielen.

Am 25. April ist der internationale Tag des Baums. Dieser Tag – wenn auch noch nicht im internationalen Sinne – geht ursprünglich auf einen amerikanischen Politiker aus dem 19. Jahrhundert zurück, Julius Sterling Morton. Dieser beantragte 1872 die Einführung eines „Arbor Days“, also eines Baum-Tages. Innerhalb von 20 Jahren wurde der Tag in allen Bundesstaaten der USA eingeführt. An diesem Tag werden seither in den USA Pflanzaktionen durchgeführt.

Zur Etablierung eines internationalen Tags des Baums kam es im November 1951 auf Grundlage eines Beschlusses der Vereinten Nationen. In Deutschland wurde dieser Ehrentag für den Baum dann 1952 eingeführt. Am 25. April besagten Jahres pflanzte der erste Bundespräsident, Professor Dr. Theodor Heuss, zusammen mit Dr. Robert Lehr, Präsident der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) e. V., einen Ahorn im Bonner Hofgarten.

Die Bedeutung der Bäume im Lauf der Geschichte

Bäume spielen schon seit jeher eine wichtige Rolle im Leben der Menschen. Ursprünglich dienten sie uns als Energielieferant, Nahrungsquelle und als Baumaterial. Aber man sah in der „ungezähmten Wildnis“ auch immer etwas Bedrohliches, ausgelöst durch die scheinbare Undurchdringlichkeit wilder Wälder. Diese (Ur-)Ängste spiegeln sich noch heute in unseren Märchen und Sagen wider, in denen der Wald häufig als ein gefährlicher Ort beschrieben wird (z. B. Hänsel und Gretel oder Rotkäppchen).

Im Lauf der Zeit drängte der Mensch die Wildnis immer weiter zurück. Aus der Naturlandschaft wurde zunehmend eine Kulturlandschaft und damit wandelte sich auch unser Bild vom Wald und von den Bäumen. Holz war nun nicht mehr der Energieträger Nr. 1 und mit der fortschreitenden Industrialisierung entdeckte der Mensch den Wald und die Natur als willkommenen Rückzugsort für sich. Der Wald war nicht länger der Ursprung unserer tiefsten Ängste, er wurde vielmehr zu einem Sehnsuchtsort. Das lässt sich heute noch gut an den Werken der deutschen Romantik erkennen. Sowohl in der Literatur als auch in der Malerei spielte zu dieser Zeit das Motiv der Natur und der Wildnis eine große Rolle.

Diese Entwicklung hält im Grunde bis heute an. Ohne sie würde unsere Landschaft, ja, würden unsere Wälder jetzt sicher anders aussehen. Die ganze Naturschutzbewegung wäre wohl nie entstanden. In Wäldern und Parks, im Schatten der Bäume, können wir durchatmen, den Alltag und unsere hektische Zeit für einen Augenblick hinter uns lassen und uns der Natur einmal wieder nahe fühlen. Aber auch in den Städten sind Bäume für uns von großer Bedeutung, und das nicht nur aus ästhetischen Gründen. Bäume sind wichtig für ein gesundes Stadtklima. Sie filtern Feinstaub, speichern CO2 und sorgen für Abkühlung.

Gerade in Zeiten von Klimawandel und Corona-Pandemie können wir unser heimisches Grün also nicht hoch genug schätzen. Nutzen wir doch an diesem Tag einmal die Gelegenheit, dankbar zu sein und uns an unseren Bäumen zu erfreuen, sei es im eigenen Garten, im Park oder bei einem Spaziergang durch den Wald. Und tun wir es mit Respekt.

Jörg Fischer (mit Material von wikipedia.org und SDW)