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„Tag des Artenschutzes“ am 3. März 2015: Nachhaltige Waldbewirtschaftung garantiert Vielfalt

„Tag des Artenschutzes“ am 3. März 2015: Nachhaltige Waldbewirtschaftung garantiert Vielfalt

Deutschlands Wald wächst und wird immer artenreicher. Selbst hierzulande ausgerottete Tierarten finden in den von der Forstwirtschaft gepflegten Wäldern wieder Lebensraum und kehren zurück. Aber ein falsch verstandener Naturschutz bedroht das Erreichte durch die Einrichtung von Totalschutzgebieten und einer Ignoranz gegenüber den Herausforderungen des Klimawandels.Am 3. März 1973 wurde das Washingtoner Artenschutzübereinkommen unterzeichnet, und seitdem begeht die Weltgemeinschaft jährlich Anfang März den „Tag des Artenschutzes“. Rund vierzig Jahre später hat sich die Lage der Pflanzen- und Tierwelt in vielen Teilen der Welt nicht verbessert. Im Gegenteil: Forscher sprechen im Fachmagazin „Science“ von bis zu 58.000 Arten, die jährlich für immer aussterben. Hoffnung dagegen in Deutschland: Bei uns nimmt der Waldanteil seit Jahren beständig zu, mittlerweile sind ein Drittel Deutschlands mit Wald bedeckt. Dank der Arbeit der nachhaltigen Forstwirtschaft gehören Deutschlands Wälder zu den stabilsten und artenreichsten in ganz Europa – und dies nicht auf einzelnen „Inselflächen“, sondern auf dem gesamten Waldareal von 11,4 Millionen Hektar.Der Präsident des deutschen Waldbesitzerverbandes AGDW – Die Waldeigentümer, Philipp Freiherr zu Guttenberg, erläutert die Hintergründe: „Wir Forstleute empfinden große Verantwortung. Wir bewirtschaften und schützen die Wälder gleichermaßen, um Arbeit und Ausbildung, die Generationenvorsorge, die Bereitstellung des Bio-Rohstoffs Holz und den Umwelt- und Naturschutz harmonisch miteinander zu verbinden. Das bringt der Artenvielfalt erwiesenermaßen mehr, als das Einrichten von singulären, total geschützten Urwaldzellen, wo zum einen der Verfall und zum anderen einige wenige dominante Tier- und Pflanzenarten regieren. Künstlich inszenierte Urwälder bedeuten für den Steuerzahler enorme Kosten und belohnen ihn obendrein mit Einschränkungen bei jeglichen Aktivitäten im Sport- und Erholungszentrum Wald.“Rückkehr von Wildkatze, Luchs, Wolf und SchwarzstorchWie vielfältig unsere Wälder sind, beweisen 1.215 Pflanzenarten, darunter 76 Baumarten. Unter den 6.700 Tierarten befinden sich wieder Tiere, die hierzulande oft schon seit Jahrhunderten ausgerottet waren. So beherbergt der Wald wieder etwa 5.000 Wildkatzen und über den Wipfeln kreisen Schwarzstörche. Zu Guttenberg erinnert: „Im Gegensatz zum Weißstorch ist diese Großvogelart ein Bewohner geschlossener Wälder. Um 1970 gab es weniger als 50 Brutpaare in ganz Deutschland. Jetzt sind es über 600 Brutpaare. Und dennoch glauben viele Vertreter des amtlichen und verbandlichen Naturschutzes, dass diese Arten nur in Nationalparks existieren könnten, in denen jegliche Nutzung durch den Menschen verboten ist. Wie die Rückkehr des Schwarzstorchs und anderer Tierarten zeigt: ein Trugschluss!“Klimawandel ist die größte HerausforderungAber einen anderen Aspekt der herrschenden Naturschutz-Ideologie und ihrer Zielvorstellung von ungenutzten Urwaldreservaten hält zu Guttenberg für noch tragischer: Nämlich die fehlende Einsicht, dass es sich beim Wald um ein dynamisches System handele, das man durch einen Totalschutz nicht für alle Zeiten wie in einem Freilichtmuseum unverändert lassen kann. Vielmehr gelte es, den Wald – gerade um ihn für alle Zeiten stabil, gesund und artenreich zu halten – ständig zu verändern, wenn die Umweltbedingungen andere geworden sind. Zum Beispiel durch die Anpflanzung von wärme- und trockenheitsresistenten Baumarten wie der Douglasie oder der Japanischen Lärche als Antwort auf den Klimawandel. Zu Guttenberg sagt: „Der Klimawandel ist die vielleicht größte Herausforderung für die Natur und unsere Gesellschaft. Urwaldgebiete ohne menschliche Nutzung sind bezogen auf die CO2-Aufnahme letztendlich ein Nullsummenexperiment, weil die Verrottung das im Holz gebundene CO2 wieder freisetzt. Anders forstlich genutzte Wälder: Deren Holz bleibt in Möbeln und Bauwerken erhalten. Naturschutzziele müssen daher mit dem Klimaschutz Hand in Hand gehen. Wir, die Waldeigentümer, wollen vor diesem Hintergrund mit der Wissenschaft und Politik Lösungen finden, die der fortwährenden Veränderung von Natur und Wald Rechnung tragen.“

AGDW

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