WaldÖkologie

Tag der Biodiversität – gegen das Artensterben

Bearbeitet von Carolin Föste

Der 22. Mai ist der Internationale Tag der Biodiversität, auch bekannt als Tag der Artenvielfalt oder Tag der Biologischen Vielfalt. Er soll an politische Vereinbarungen zum Naturschutz erinnern, zum Erhalt der Biodiversität. Was wird gegen das Artensterben getan? Und was leistet die Forstwirtschaft?

Der Internationale Tag der Biologischen Vielfalt erinnert an 1992, das Jahr, in dem die Vereinten Nationen (UN) beschlossen, den Schutz und die nachhaltige Nutzung des vielfältigen Lebens auf der Erde sowie die gerechte Verteilung der Ressourcen in einem Übereinkommen festzuhalten. Denn die verfügbaren Ressourcen – Lebensmittel, Trinkwasser, medizinische Produkte – sind durch das Artensterben bedroht.

Warum geht die Biodiversität zurück?

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) nennt als Ursachen des Artenrückganges hauptsächlich die Umgestaltung der Ökosysteme und letztlich den Klimawandel – verursacht durch den Menschen. Daher wurde im Mai 2020 die „EU-Biodiversitätsstrategie für 2030: Mehr Raum für die Natur in unserem Leben“ als ein Instrument des „Green Deals“ festgelegt. Das Umweltinstitut München e. V. beschreibt darüber hinaus, dass auch Freizeitaktivitäten die Artenvielfalt einschränken, genauso wie die Bebauung der Landschaft und Monokulturen.

Seit 1970 habe sich die weltweite Biodiversität um 60 % verringert, so das Institut. 150 Arten sterben Schätzungen nach jeden Tag aus, 40.000 Arten seien akut vom Aussterben bedroht. Das Europäische Parlament vereinfacht die Zahlen: Rund 1 Mio. von rund 8 Mio. Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht. In Europa seien es über 1.600 Arten, darunter auch einige Baumarten.

Das sagt die Forstwirtschaft zum Tag der Biodiversität

Das Umweltinstitut Münche e. V. macht darauf aufmerksam, dass mehr als 70.000 Pflanzenarten für medizinische Zwecke verwendet werden. Auch im Wald wachsen Kräuter, die heilende Wirkungen haben. Das Ökosystem Wald dient in seiner Vielfalt außerdem der Trinkwassergewinnung und ist Lebensraum vieler Arten. Doch ist die Unterschutzstellung hier die Lösung gegen das Artensterben?

Die Familienbetriebe Land und Forst machen zum heutigen Tag darauf aufmerksam, dass eine Unterschutzstellung von Naturräumen durchdacht und nicht willkürlich durchgesetzt werden sollte: „Die multiplen Krisen – Ernährung, Klimaschutz und Artenvielfalt – müssen gemeinsam gedacht und global gelöst werden. Dabei ist es essenziell, dass wir unter anderem auch die Biodiversitätsstrategie der EU kritisch auf ihre Wirksamkeit hin überprüfen. So ist es beispielsweise nicht zielführend, wenn Unterschutzstellungen dazu führen, dass land- und forstwirtschaftliche Betriebe in Deutschland ihre produktiven Flächen nicht mehr bewirtschaften dürfen“, so der Vorsitzende, Max v. Elverfeldt. Eine nachhaltige Flächennutzung stehe nicht immer im Gegensatz zum Erhalt der Biodiversität: „Heimische Tiere und Pflanzen brauchen unsere Kulturlandschaft als Lebensraum. Laut aktuellen Studien ist die Artenvielfalt in einem Wirtschaftswald nicht geringer als in einem sich selbst überlassenen Wald.“ Der nachhaltig bewirtschaftete Wald und der Waldumbau hin zu klimastabilen Habitaten seien wichtig für die Gewinnung des nachhaltigen, regionalen Rohstoffes Holz und damit ein Element des Klimaschutzes. „Wer Wald aus der Nutzung nimmt, schadet dem Klima. Deshalb sehen wir den EU Green Deal und insbesondere die EU-Biodiversitätsstrategie, in der 10 % Nutzungsverbote gefordert werden, so kritisch“, so Elverfeldt.

Aufmerksamkeit für den Wald und seine Artenvielfalt

Der Wald ist demnach Lebensraum, Klimaschützer, Botschafter der Natur und auch Bildungsstätte. In Stuttgart startete am Freitag das „NaturVision-Filmfestival“, das gemeinsam mit den baden-württembergischen Ministerien für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft und für Verkehr umgesetzt wird. Mit dem Festival werden Filme rund um die Biodiversität gewürdigt. Filme seinen ein Medium, das den Wert der Ökosysteme der Erde am besten transportiere. „Wir wollen die Menschen erreichen und ihnen zeigen, worin die Herausforderungen für den Erhalt der Arten bestehen. Wir wollen unseren Beitrag für mehr biologische Vielfalt bewusstmachen. Dafür benötigen wir Formate, die in unsere Zeit passen und Kanäle, die unsere Gesellschaft erreicht. Filme sind dafür besonders geeignet. Sie lassen uns in eine unbekannte Welt eintauchen, schaffen Perspektivwechsel und berühren uns“, so Peter Hauk, Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) in Baden-Württemberg bei der Eröffnung des NaturVision-Filmfestivals.

Auch Nationalparke und Forstverwaltungen laden regelmäßig dazu ein, mehr über den Zustand und die Entwicklung der Biodiversität in deutschen Wäldern zu erfahren. Der Tag der Biodiversität bietet Anlass für Weiterbildungs- und Mitmachaktionen.

Mit Material von BMUV, Umweltinstitut München e. V., Familienbetriebe Land und Forst, MLR