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Thüringens Forstministerin Keller sieht die Forschung zum Waldumbau auf gutem Weg

Im Beckertal bei Stadtroda baut ThüringenForst auf etwa 2 ha rund 1.800 Weißtannen aus den Karpaten an. Forstministerin Birgit Keller besuchte am 6. September die Versuchsfläche.

Der Waldumbau ist eine Antwort Thüringer Forstleute und Waldbesitzer auf die Auswirkungen des Klimawandels. Doch nicht nur der Umbau reiner Nadelholzbestände in klimastabile, ökologisch wertvolle Mischwälder mit Weißtanne, Buche, Eiche und Co. ist dabei eine große Herausforderung. Auch die Wahl der richtigen regionalen Herkünfte der Baumarten ist von großer Tragweite. Im Beckertal bei Stadtroda baut ThüringenForst deshalb seit 2016 auf etwa 2 ha rund 1.800 Weißtannen aus den Karpaten an. Ziel ist es, zu klären, welche Tannenherkünfte mit dem zukünftigen Klima in Thüringen am besten zurechtkommen. Forstministerin Birgit Keller besuchte die Versuchsfläche, die zu einem deutschlandweiten Langzeitstudie unter Leitung bayerischer Forstexperten gehört, und pflanzte einige junge Bäumchen nach.

Weißtanne ist ein Hoffnungsträger in Zeiten des Klimawandels

„Die Weißtanne spielt als stabilisierende Baumart beim Waldumbau eine herausragende Rolle. Ihr Anteil soll in den nächsten Jahrzehnten von unter 0,1 auf rund 5 % im Landeswald wachsen“, so Ministerin Birgit Keller. Gegenüber der flachwurzelnden Fichte kann die Weißtanne deutlich tiefere Bodenschichten erschließen. Damit ist sie weniger anfällig für Windwurf und kommt auch mit weniger Niederschlägen gut klar. Die Weißtanne besitzt ein der Fichte ähnliches, vielseitig verwendbares Holz, das in Thüringens Nadelholz-Sägewerken sehr gesucht ist. Aber Weißtanne ist nicht gleich Weißtanne. Rumänische Weißtannen sind heute schon genetisch an das Klima gewöhnt, dass Thüringen in den nächsten Jahrzehnten erwartet. Der Anbauversuch, den für Thüringen das Forstliche Forschungs- und Kompetenzzentrum Gotha im Auftrag von ThüringenForst verantwortet, soll zeigen, ob und wie rumänische Weißtannen die aktuellen Anbaubedingungen im Freistaat ertragen. So etwa Spätfröste oder die teils sehr kalten Wintertemperaturen, die in ihrer Heimat so nicht auftreten. Eignet sich diese Weißtanne aus den Karpaten für Thüringen, so kann dortiges Saatgut in Thüringen künftig den Waldumbau unterstützen.

Ähnliche Versuche auch in anderen Bundesländern

Versuche mit verschiedenen Weißtannenherkünften werden unter der Koordinierung des Bayerischen Amts für forstliche Saat- und Pflanzenzucht auch in anderen Bundesländern durchgeführt, etwa in Hessen oder Baden-Württemberg. „Die bundesweite langfristige Forschungsvernetzung macht Sinn, denn die Herausforderungen die der Klimawandel an den Wald stellt, erfordern anspruchsvolle Lösungen“, so die Ministerin abschließend. Bislang zeigen sich die rumänischen Weißtannen allerdings nahezu unbeeindruckt von den neuen Standortbegebenheiten bei Stadtroda. Nach einem Jahr ist das Ausfallprozent sehr gering.

ThüringenForst

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