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In Thüringen soll auf insgesamt 26.187 ha Wald bis zum Jahr 2029 die forstwirtschaftliche Nutzung beendet sein. Landwirtschafts- und Umweltministerium haben am 30.11.2017 ihr Einvernehmen über die konkrete Flächenverteilung bekanntgegeben.

Thüringen: Vereinbarung zur Waldstilllegung konkretisiert

Zur Umsetzung des Koalitionsvertrages haben das Thüringer Landwirtschafts- und Umweltministerium den Nutzungsverzicht von 5 % des Waldes in Thüringen konkretisiert. Dabei geht es um insgesamt 26.187 ha Wald. Spätestens bis zum Jahr 2029 sollen auf den gemeinsam vereinbarten Flächen die notwendigen Waldumbaumaßnahmen abgeschlossen und die forstwirtschaftliche Nutzung beendet sein.

Zu den Waldflächen mit Nutzungsverzicht – neben den bereits schon länger verabredeten 18.000 ha – gehören:

  • mindestens 7.003 ha des Nationalen Naturerbes,
  • 220 ha der Landesentwicklungsgesellschaft an der Hohen Schrecke,
  • Erweiterungsoptionen: 350 ha im Schweinaer Grund sowie 200 ha im Wartburgbereich
  • 1.000 ha des ThüringenForst am Possen: Für die 1.000 ha Waldstilllegungsfläche am Possen erhält ThüringenForst für den wirtschaftlichen Ausfall jährlich 295.000 €.

Weiterhin wurde vereinbart: 500 ha zusätzlicher Erholungswald im Possen und eine dortige Natura-2000-Station.

Dazu erklären die Ministerinnen

Birgit Keller, Thüringer Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft: „Beide Häuser sind bis an ihre Schmerzgrenze gegangen, um einen tragfähigen Kompromiss zu finden. Es ist gelungen, sowohl naturschutzfachliche als auch forstwirtschaftliche Aspekte zu berücksichtigen. Der überwiegende Teil der nun geeinigten Flächen kommt aus dem Nationalen Naturerbe. Bei der geplanten Natura-2000-Station werden neue Arbeitsplätze entstehen, die sozialverträglich den Bediensteten der Forstanstalt zu Gute kommen sollen.“

Anja Siegesmund, Thüringer Ministerin für Umwelt, Energie und Naturschutz: „Ich freue mich sehr über die gelungene Einigung – und die Thüringerinnen und Thüringer können sich auf mehr Waldwildnis freuen. Wo sich unsere Wälder natürlich entwickeln können, entstehen neue Lebensräume für Tiere, Pflanzen. Das stärkt auch den Tourismus und die Wertschöpfung in der Region – wie zum Beispiel im Nationalpark Hainich oder dem Biospährenreservat Rhön. Die Waldwildnis ist gut für den Wald, für Tourismus, für Naherholung und natürlich auch für die Umweltbildung unserer Kinder.“

Vereinbarung zur Umsetzung des Koalitionsvertrages zum Nutzungsverzicht auf 5 % des Waldes in Thüringen – Punkte, über die Einvernehmen zwischen den Ressorts erzielt wurde – Herunterladen (74 KB)

Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft,
Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

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