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Sturmschäden: Forstkammer fordert Unterstützung für die Betroffenen

Angesichts der jüngsten Sturmschäden in Baiersbronn fordert die Forstkammer Baden-Württemberg Unterstützung für die Betroffenen lokaler Witterungsschäden. Ohne staatliche Hilfe stünden die Betriebe in einer solchen Situation vor dem wirtschaftlichen Aus. Wichtig sei jetzt die gründliche Aufarbeitung der Schadflächen, um Folgeprobleme durch Borkenkäfer zu verhindern. „Die zunehmenden lokalen Schadereignisse sind ein echtes Problem für die Forstwirtschaft“, erläutert Forstkammer-Geschäftsführer Jerg Hilt. „Wir haben zwar auch im Oberland und auf der Ostalb einige umgeworfene Bäume in den Wäldern, richtig heftig war der Gewittersturm aber vor allem in und um Baiersbronn.“ Durch einen solchen Schaden werde der Holzmarkt nicht beeinträchtigt, für die betroffenen Waldbesitzer könne er aber das wirtschaftliche Aus bedeuten. Das Holz der abgebrochenen Bäume sei oft nicht mehr verwertbar und die Bergung mit hohen Kosten verbunden. Hinzu kommen die langfristigen Folgen. „So eine Sturmfläche verursacht in den nächsten 30 bis 40 Jahren nur noch Ausgaben, keine Einnahmen“, so Hilt.
Daher fordert die Forstkammer schon seit längerem die Einrichtung eines grundsätzlichen Fördermodells für die geschädigten privaten und kommunalen Waldbesitzer. „Es macht doch keinen Sinn, jedes Mal wieder die Debatte über Ausnahmeregelungen und Sonderbeilhilfen zu führen“, kritisiert der Forstkammer-Vertreter. Die Wetterextreme nehmen im Zuge des Klimawandels offensichtlich zu. Darauf müsse sich auch die Politik einstellen und dürfe die Leidtragenden nicht allein lassen. Über die Ausgestaltung der Unterstützungsmaßnahmen müsse man reden, sowohl steuerliche Erleichterungen als auch direkte Beihilfen, beispielsweise für die Schadensbewältigung, wären aus Sicht der Forstkammer hilfreich.
Positiv wertet der Forstkammer-Geschäftsführer das professionelle Handeln der Verantwortlichen in Baiersbronn. „Bei der Aufarbeitung von Sturmholz besteht Lebensgefahr, da müssen Profis ran. In Baiersbronn haben Waldbesitzer und Förster richtig reagiert“, so Hilt. Die Schäden müssten gründlich beseitigt werden. „Eine Sturmfläche ist ein Schlaraffenland für Borkenkäfer und damit eine tickende Zeitbombe für die angrenzenden Wälder. Wenn die nicht entschärft wird, kann sich der Schaden schnell vervielfachen.“
Forstkammer

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