Waldschutz

Sturmschäden: Erste Bundesländer ziehen vorläufige Bilanz

Bearbeitet von Jörg Fischer

Nach den Sturmtiefs „Ylenia“, „Zeynep“ und „Antonia“, die in den vergangenen Tagen über Deutschland hinweggefegt sind, ziehen nun mit Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen die ersten Bundesländer eine vorläufige Bilanz über die Sturmschäden im Wald.

Die Niedersächsischen Landesforsten (NLF) sind demnach im Augenblick noch dabei, einen Überblick über die Schäden zu gewinnen. „Die Stürme seit Donnerstag haben im Wald in ganz Niedersachsen Spuren hinterlassen. Zahlreiche Bäume sind entwurzelt oder gebrochen und Baumkronen auseinandergebrochen“, erklärt Klaus Jänich, Vizepräsident der Niedersächsischen Landesforsten. Försterinnen und Förster würden mit Hochdruck daran arbeiten, Straßen und Wege freischneiden zu lassen, um einen Überblick zu bekommen. „Eine genauere Aussage über das Schadensausmaß ist daher frühestens am Donnerstag möglich“, so Jänich weiter.

Zwar sei mit dem Abziehen des Tiefs „Antonia“ vorerst das Schlimmste überstanden, dennoch mahnt Jänich zur Vorsicht: „Die Sicherheit der Waldbesucherinnen und -besucher sowie unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steht bei der Aufarbeitung an erster Stelle.“ Auch nach Abflauen des Sturms bestehe noch die Gefahr umstürzender Bäume und herabfallender Äste. Die Landesforsten bitten daher darum, die Wälder vorerst nicht zu betreten.

Sturmschäden in NRW nicht so schlimm wie nach „Kyrill“ und „Friederike“

Etwas konkreter fällt die Einschätzung des Landesbetriebs Wald und Holz Nordrhein-Westfalen aus. So zeige sich nach den Stürmen und orkanartigen Böen der vergangenen Tage nach einer ersten groben Lageeinschätzung ein uneinheitliches Bild. In den östlichen Teilen des Regionalforstamts Kurkölnisches Sauerland sowie in den höheren Lagen des Regionalforstamts Soest-Sauerland und des Wiehengebirges im Regionalforstamt Ostwestfalen-Lippe haben die Stürme starke Schäden hinterlassen. Im restlichen Land NRW gab es demnach leichte bis mittlere Schäden.

Generell sei es über alle Baumarten hinweg zu Einzel-, Gruppen- und einigen wenigen Flächenwürfen gekommen. Neben den bereits aufgerissenen Beständen der Borkenkäfer-Kalamität waren laut Aussage des Landesbetriebs auch vitale Fichtenbestände, sowie Buchenbestände von Würfen und Brüchen betroffen.

Nach ersten Schätzungen falle die Schadholzmenge aber geringer aus als nach den Stürmen „Kyrill“ (2007 mit 15 Mio. Fm Holz) und „Friederike“ (2018 mit 2 Mio. Fm Holz).

Schadfläche im Landkreis Paderborn (NRW)
Schadfläche im Landkreis Paderborn (NRW)
Foto: S. Befeld/LB Wald und Holz NRW

Da sehr viele Waldwege aktuell noch durch umgestürzte Bäume versperrt sind, sei eine genaue Lageeinschätzung noch nicht überall möglich. Eine genauere Mengeneinschätzung könne erst erfolgen, wenn die Wege freigeräumt sind, was voraussichtlich nächste Woche der Fall sein wird.

Auch der Landesbetrieb warnt weiterhin vor dem Betreten der Waldflächen in NRW. Viele Waldwege seien durch umgestürzte Bäume versperrt und nicht passierbar. Die quer über dem Weg liegenden Äste und Stämme stellten eine große Gefahr dar. Der Versuch sie zu überklettern könne daher lebensgefährlich sein. Ineinander verkeilte Äste und Stämme stehen häufig unter Spannung, die sich spontan oder durch das Überklettern lösen kann. Selbst dünne Stämme werden dann zu tödlichen Katapulten.

Mit Material der NLF und des LB Wald und Holz NRW