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Sturmholz in der Schweiz

Der Wintersturm Burglind, der am 3./4. Januar 2018 über die Schweiz fegte, hat in allen Kantonen außer dem Tessin zu Waldschäden geführt. Gemäß einer Umfrage des Bundesamts für Umwelt (BAFU) bei den Kantonen beträgt die zu Boden geworfene Menge Holz insgesamt rund 1,3 Mio. m³, was einem Viertel einer Jahresnutzung entspricht.

In den meisten Kantonen hatte der Wintersturm Burglind nicht flächige Schäden zur Folge, sondern sogenannte Streuschäden: Er fällte viele Einzelbäume oder Gruppen von Bäumen. Eine Umfrage, die das Bundesamt für Umwelt bei den Kantonen durchgeführt hat, zeigt, dass die geschätzte Menge Holz, die dem Sturm in der Schweiz zum Opfer fiel, insgesamt rund 1,3 Mio. m³ beträgt. Am stärksten betroffen wurden die Wälder im Mittelland und am Jurasüdfuß: in den Kantonen Bern, Luzern, Solothurn, Zürich und Aargau. Zu größeren Flächenschäden kam es insbesondere in den Kantonen Bern, Luzern und Solothurn.

Auswirkungen und Konsequenzen für den Bund

Die genauen Auswirkungen auf die Waldleistungen werden erst zu einem späteren Zeitpunkt sichtbar – in vielen Gebirgsgebieten liegt auch noch viel Schnee. Es ist davon auszugehen, dass die durch den Sturm umgeworfene Holzmenge im Rahmen der aktuell laufenden Holzerntekampagne aufgerüstet und vermarktet werden kann. Viele regulär geplante Holzschläge dürften in den betroffenen Gebieten nun zurückgestellt werden, sodass der Markt aufnahmefähig bleibt. Noch ist nicht absehbar, wie viel vom Sturmholz im Wald liegen gelassen wird, und wie viel auf den Markt kommt. Auf frisch geworfenem Fichtenholz können sich Borkenkäfer besonders gut vermehren, diese Auswirkungen werden sich im Frühling zeigen. Bei Laubholz besteht diese Gefahr nicht. Die Erfahrungen aus Lothar und Vivian zeigen zudem, dass Sturmereignisse Licht und Totholz im Wald schaffen, was sich positiv auf die Biodiversität auswirken kann.

Weil die Sturmschäden eine Jahresnutzung nicht übersteigen, sind sie nicht von nationaler Bedeutung (wie Lothar 1999). Der Bund sieht deshalb keine zusätzlichen Maßnahmen vor. Bestehende Instrumente wie die Programmvereinbarungen zwischen Bund und Kantonen sowie die eingespielte Zusammenarbeit mit der Branche genügen. Weitere Sturmschäden oder spätere Auswirkungen von Borkenkäferbefall könnten dazu führen, dass es zusätzliche finanzielle Mittel von Bund und Kantonen braucht.

BAFU

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