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Sturmwurf im Kranzberger Forst bei Freising

Sturm „Niklas“ – Spitzenböen zwischen „Lothar“ und „Kyrill“

Am 31. März 2015 traf mit „Niklas“ einer der heftigsten Märzstürme der letzten 30 Jahre ganz Deutschland. Ursache: Einem kräftigen Hoch mit Zentrum zwischen den Azoren und der Iberischen Halbinsel stand eine ausgeprägte und großräumige Tiefdruckzone von Grönland bis zum Baltikum gegenüber.
Die Waldklimastationen der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) lieferten interessante Vergleichsdaten zu den Orkanen „Lothar“ und „Kyrill“.
Das Sturmfeld erfasste am Morgen zunächst den Nordwesten Deutschlands, nachmittags erreichte das Zentrum auch den Nordosten. Eine Besonderheit war, dass auch der Süden und damit Bayern stark betroffen war. Hier traf es durch den sogenannten „Leitplankeneffekt“ besonders den Voralpenbereich und die Alpen. Bei westlichen bis nordwestlichen Winden wirken die Alpen als Barriere, kanalisieren und verstärken damit die Winde in eine östliche Richtung.
Als höchste Böenspitzengeschwindigkeit wurde auf der Zugspitze 192 km/h gemessen. Allgemein lässt sich sagen, dass in tiefen Lagen verbreitet Böen der Stärke 8 bis 10, zeitweise auch 11 und vereinzelt 12 auftraten, wobei Orkanstärke meist immer auf exponierten Gipfellagen der Mittelgebirge und der Alpen erreicht wurde.
Wie die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft meldet,
reichten die gemessenen maximalen Böenspitzen an den bayerischen Waldklimastationen zum Glück nicht daran heran. An diesen Umweltbeobachtungsstationen werden rund um die Uhr Daten über den Zustand unserer Wälder erhoben.
An diesen Stationen wird der Wind zwar durch die umgebenden Wälder im Vergleich zur Situation auf dem offenen Feld gebremst. Aber auch gebremst wurde an der Waldklimastation Kreuth noch als Spitzenwert 122 km/h gemessen. Sichtbar wird im Mittel der betrachteten Waldklimastationen, dass Niklas stärker war als „Lothar“ 1999 und etwas schwächer als „Kyrill“ 2007.
LWF
Sturmwurf im Kranzberger Forst bei Freising im Hintergrund Messinstrumente der Waldklimastation. Foto: Jochen Krause

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