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Sturm Christian: Nur ganz im Norden gibt es Holz

Das umfangreiche Verkehrschaos am Montagabend 28.10. 2013 und die vermeldeten Rekord-Windgeschwindigkeiten ließen vermuten, dass auch in den deutschen Wäldern wieder einiges an Schadholz zu verzeichnen sein würde.Dem Wetterdienst „mminternational“ zufolge gab es noch nie so hohe Windgeschwindigkeiten bei einem Herbst- oder Wintersturm. Demnach wurde auf Helgoland mit 191 km/h ein neuer Allzeitrekord für die Nordsee und die Insel aufgestellt. Auch in St. Peter-Ording gab es mit 172 Stundenkilometern einen neuen Rekord. 162 km/h wurden laut Deutschem Wetterdienst auf dem Brocken im Harz erreicht.Der Zugverkehr um Hannover und Hamburg herum kam schon am Nachmittag zum Erliegen, die A2 musste bei Helmstedt für mehrere Stunden gesperrt werden und nicht zuletzt waren mehrere Todesopfer zu beklagen.Eine erste Umfrage bei den norddeutschen Landesforstbetrieben ergab jedoch für den Wald kaum nennenswerte Schäden. In Mecklenburg-Vorpommern spricht man nur von Chausseebäumen und stehenden Tothölzern die umgefallen seien. In Niedersachsen gebe es vereinzelt Nesterwürfe in Größenordnungen von 100-200 Fm pro Revier. Lediglich im Raum Aurich hätten die Windhosen ein größeres Volumen überwiegend abgedreht. Hier erwartet man „einige tausend“ Festmeter, die allerdings zu großen Teilen als Brennholz Verwendung finden werden, ansonsten in die normalen Vorverträge laufen können. In der Holzmarktabteilung Schleswig-Holsteins „glühten“ die Telefone, allerdings eher wegen der Anfragen von Unternehmern und Sägewerken nach verfügbaren Holzmengen. Voraussichtlich ist der Nordwesten des Landes innerhalb der Bundesrepublik am stärksten betroffen. Obwohl dort insgesamt eine relativ waldarme Gegend ist, rechnet man alleine im Staatswald mit rund 200.000 Fm Schadholz, was rund einem Jahreseinschlag entspräche.

Heinrich Höllerl

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