Auch im Norden Deutschlands haben die Stürme sichtbare Spuren in den Wäldern hinterlassen.
Auch im Norden Deutschlands haben die Stürme sichtbare Spuren in den Wäldern hinterlassen.
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Sturm: Beträchtliche Schäden in den Wäldern im Norden

22. Februar 2022

Die Sturmtiefs „Ylenia“, „Zeynep“ und „Antonia“ haben auch im Norden der Bundesrepublik einige Schäden in den Wäldern angerichtet. Aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern kommen nun erste Zahlen.

So verschaffen sich seit gestern die Försterinnen und Förster der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF) einen Überblick zu den Sturmschäden in den Förstereien. Das vorläufige Ergebnis: Insgesamt hat es beträchtliche Sturmschäden in den Wäldern der SHLF gegeben, wobei es große regionale Unterschiede gebe. Während aus dem Norden des Landes moderate Schäden gemeldet werden, wird vor allem aus der Mitte und aus dem Süden des Landes von teilweise starken Schäden berichtet. „Wir haben uns ein erstes Bild von den Auswirkungen der Stürme verschaffen können“, so Tim Scherer, Direktor der Landesforsten. „Ersten Schätzungen zufolge rechnen wir mit ca. 60.000 Fm Sturmholz. Das entspricht ungefähr der Größenordnung von knapp 30 % unserer jährlichen, nachhaltigen Einschlagsmenge. Summa summarum aber können wir zum jetzigen Zeitpunkt behaupten, dass wir voraussichtlich mit einem blauen Auge davongekommen sind.“

Allerdings sei auch hier die Gefahr noch lange nicht gebannt. Geplante Arbeiten wie Pflanzungen oder Zaunarbeiten müssen umdisponiert werden, um schnellstmöglich das aufwändige Entfernen der Einzelwürfe aus dem Wald bewältigen zu können. Daraus könnte nämlich bruttaugliches Material für den Borkenkäfer entstehen. Auch vom Betreten der Wälder in den nächsten Tagen wird dringend abgeraten. Scherer appelliert aufgrund der aktuellen Gefahrensituation in den Wäldern nochmals an alle Waldbesucher, in dieser Woche auf den Aufenthalt im Wald gänzlich zu verzichten. Da der Boden vom vielen Niederschlag aufgeweicht sei, müsse damit gerechnet werden, dass weitere Bäume umstürzen. Auch die Gefahr herabfallender Äste sei noch nicht gebannt: „Die Kolleginnen und Kollegen arbeiten unter Hochdruck daran, möglichst schnell die angefallenen Aufräumarbeiten zu erledigen. Dabei werden zunächst Waldwege, Straßen und Einrichtungen von Schäden befreit. Diese Arbeiten nehmen etwas Zeit in Anspruch und könnten auch kurzfristig den ein oder anderen Waldweg witterungsbedingt zusetzen. Diese werden aber nach Abschluss der Arbeiten wieder instandgesetzt. Wir bitten daher alle Waldbesucher um Verständnis für die Dauer der Aufräumarbeiten.“

Katastrophale Sturmschäden in Mecklenburg-Vorpommerns Wäldern

Aus dem Nordosten Deutschlands wurden ebenfalls erste Einschätzungen zu den Sturmschäden bekannt. So spricht der Waldbesitzerverband Mecklenburg-Vorpommern laut Angaben des NDR und des Nordkuriers nach dem Sturmtief „Nadia“ vom Ende Januar und den jüngsten Stürmen von „katastrophalen Sturmschäden“ in den Wäldern des Landes. Allein durch das Sturmtief „Zeynep“ seien laut erster Einschätzung des Bunds Deutscher Forstleute (BDF) rund 600.000 Fm Sturmholz angefallen, was ungefähr der doppelten Schadholzmenge durch Sturm „Nadia“ entspreche. Die geworfene Menge mache obendrein ungefähr 50 % der regulären jährlichen Holzerntemenge Mecklenburg-Vorpommerns aus. Eine genaue Schadensbilanz werde voraussichtlich im Lauf der Woche folgen, so die Aussage aus dem Landwirtschaftsministerium in Schwerin.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern bleibe die Gefahr durch umstürzende Bäume und herabfallende Baumteile hoch, weshalb das Landwirtschaftsministerium in den nächsten Tagen von Waldbesuchen abrät.

Mit Material von NDR, Nordkurier und SHLF