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Studie über Waldgebiete als Naherholungsraum

Studie über Waldgebiete als Naherholungsraum

Wie wichtig sind Waldgebiete als Naherholungsraum? Wie nutzen Menschen Wälder und woran stören sich Besucherinnen und Besucher? Diesen und anderen Fragen sind Studierende der Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen der Universität Freiburg unter der Anleitung von Dr. Andy Selter und Prof. Dr. Ulrich Schraml von der Professur für Forst- und Umweltpolitik nachgegangen. Im Rahmen der Projektstudie „Dimensionen der Walderholung“ ermittelten sie die Besucherzahlen des Privatwaldes der Freiherr von Gayling’schen Verwaltung, der an Freiburg-Kappel grenzt, und befragten zudem Besucher nach ihrer Motivation für den Waldbesuch, ihrem Wissen und ihrem Verhältnis zum Wald. Das Ergebnis: Weder schlechtes Wetter noch Windräder im Landschaftsbild oder mögliche Begegnungen mit wilden Tieren halten Menschen davon ab, in einem Wald nahe ihres Wohnortes Erholung zu suchen.Mit Zählgeräten an den Waldeingängen bestimmten die Studierenden die Anzahl der Waldbesucher: Sie registrierten in 37 Tagen 5839 Menschen, das heißt etwa 158 je Tag. Die Besucherströme reißen nicht ab, wenn es regnet: Selbst an Tagen mit viel Niederschlag kamen viele Menschen in den Wald. Die Forscherinnen und Forscher begründen dies zum einen mit der ortsnahen Lage und zum anderen damit, dass vor allem Hundebesitzer den Wald nutzen – der Vierbeiner muss schließlich bei jedem Wetter raus. Das Ausführen des Hundes ist daher neben Erholung und Sportarten wie Joggen, Mountainbiking oder Spazierengehen einer der Hauptgründe für den Waldbesuch.Ein überraschendes Ergebnis: Samstags und sonntags war die Zahl der Waldbesucher nur geringfügig höher als unter der Woche. Die konstanten Besucherströme schreiben die Forscher einer Vielzahl von Naherholenden aus Kappel zu. Die Befragten empfinden weder Windräder im Landschaftsbild noch Begegnungen mit Wildtieren als Beeinträchtigung. Wer auf einen Fuchs oder einen Dachs trifft, sieht dies meist als bereichernd an. Weniger beliebt sind jedoch Wildschweine. An Windrädern, die etwa vier Kilometer entfernt stehen, stört sich lediglich jeder Vierte. „Immer noch schöner als ein Atomkraftwerk“, lautet die Aussage eines Befragten oder einer Befragten dazu.Den meisten Waldbesuchern ist darüber hinaus bewusst, dass ein nicht bewirtschafteter Wald verwildern und sich daher sehr verändern würde. Die Begehbarkeit der Wege ist vielen wichtig. Dennoch sahen Besucher den aktuellen Waldzustand oft als selbstverständlich an und nur wenige Befragte zeigten sich dazu bereit, für die Instandhaltung der Wege und andere entstehende Kosten zu zahlen. Den Forschern fiel auf, dass Spaziergänger und Wanderer eher Radfahrer für derartige Kosten verantwortlich machen. „Es besteht ein großes Konfliktpotenzial zwischen Spaziergängern und Mountainbikern aufgrund der unterschiedlichen Ansprüche“, gab eine Besucherin oder ein Besucher an. Die Ergebnisse der Projektstudie demonstrieren, dass ein Wald viele Erwartungen erfüllen muss, damit der Waldbesuch für die Naherholungssuchenden perfekt ist.

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

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