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Neue Studie zum Kohlenstoffverlust durch Regenwaldrodungen

Der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) teilt mit, dass eine im Science Magazine veröffentlichte Studie von Nancy L. Harris et al. aufgrund der erstmaligen Auswertung sämtlicher verfügbaren Satellitenbilder zu einem bemerkenswerten Schluss kommt. Demnach wurde durch Rodungen von Tropenwäldern 25 bis 50 % weniger Kohlenstoffdioxid (CO2) freigesetzt als in vorangegangenen Studien angenommen. Bisherige Studien beruhen auf der Auswertung von Statistiken der FAO über Waldflächenänderungen.

Harris et al. werteten Satellitenbilder aus, um für den Zeitraum 2000 bis 2005 die Verluste an Waldflächen in tropischen Regionen erstmals genauer zu ermitteln. Die Datensätze wurden genutzt, um durch eine vergleichende Analyse die CO2-Emissionen zu bestimmen. Der Studie zufolge ergab sich ein globaler Kohlenstoffverlust durch Rodungen tropischer Regenwälder in Höhe von 0,81 Petagramm (Pg C) pro Jahr, dies entspricht einer globalen CO2-Emission von 2,97 Mrd. t pro Jahr. Demgegenüber kommen Forscher auf Basis von FAO-Statistiken für denselben Zeitraum auf den Wert 2,2 Pg C (Baccini et. al, 2012), dies entspricht einer globalen CO2-Emission von 8,14 Mrd. t pro Jahr. Daraus ergibt sich, dass die CO2-Emissionen aus Regenwaldrodungen um bis zu 5,17 Mrd. t zu hoch geschätzt worden sind. Dieses Ergebnis gibt Anlass, die Schätzungen der CO2-Emissionen aus allen anderen Landnutzungsänderungen zu überprüfen.

Auch im Bericht des International Food Policy Research Institute (IFPRI) von 2011 zu sogenannten indirekten Landnutzungsänderungen (iLUC – indirect Land Use Change) beruhen die Modellrechnungen über zukünftige CO2-Emissionen, die durch den Anbau von Energiepflanzen und dadurch verursachte Landnutzungsänderungen entstehen sollen, auf FAO-Statistiken.

Die deutsche Bioethanolwirtschaft hat seit Veröffentlichung des IFPRI-Berichts „iLUC“-Werte zurückgewiesen und davor gewarnt, wegen der unsicheren Datenlage diesen Bericht als Basis für gesetzliche Änderungen zu verwenden. Die im Science Magazine veröffentlichte Studie von Harris et. al zeigt erneut, dass die Datengrundlage des IFPRI-Berichts dringend überprüft werden muss, so Dietrich Klein, Geschäftsführer des BDBe.

BDBe

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