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Studenten der HSWT legen Energiewald an

Studenten der HSWT legen Energiewald an

Ein Feld voller Bäume entsteht derzeit auf einer Versuchsfläche des Lehrbetriebs Zurnhausen. 20 Studenten der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf haben die Kurzumbetriebsplantage konzipiert, geplant und gepflanzt. In Zeiten schlechter Agrarpreise und mit Blick auf den Klimaschutz stellt diese Form der Landnutzung eine zunehmend interessante Alternative dar.

Kurzumtriebsplantagen sollen innerhalb kurzer Umtriebszeiten Holz als nachwachsenden Rohstoff produzieren. Geschieht das ausschließlich für die Energieerzeugung, spricht man auch von Energiewald. Der entsteht im Rahmen des Fachs „Energiepflanzenproduktion“ im Studiengang „Management erneuerbare Energien“ und mit Unterstützung der beiden Landesanstalten für Landwirtschaft sowie Wald und Forstwirtschaft.
Ein freier Acker wird von den Studenten beplant – etwa die Himmelsrichtung, in der der Energiewald ausgerichtet wird. Pflanzabstand und Grenzabstand gilt es zu berechnen, Material, Personal und Kosten zu kalkulieren. 1200 Stecklinge, Pappeln der Sorte Max 3, werden schließlich auf 2000 Quadratmetern Fläche gesetzt. Die Steckhölzer sind geschnittene Sprossstücke, etwa 20 Zentimeter lang, mit einem Durchmesser von 10 bis 20 Millimetern. Geeignet für den kurzen Umtrieb sind nur bestimmte Baumarten: Sie sollen schnell wachsen und Masse liefern. Und sie müssen fähig sein, nach der Ernte aus dem Wurzelstock wieder auszutreiben. So kann die Holzplantage nach bisherigen Erfahrungen „etwa 30 Jahre lang auf hohem Niveau genutzt werden“, sagt der Energieholzexperte der HSWT Prof. Dr. Stefan Wittkopf. Pro Jahr wird von der Fläche eine Erntemenge von 20 Tonnen erwartet.
In den kommenden vier Jahren werden jeweils weitere 2000 Quadratmeter durch Studenten der Hochschule geplant und umgesetzt. So entsteht nach fünf Jahren ein Hektar Energiewald. Nach diesem Zeitraum sollen die Pappeln des ersten Teilstücks wieder gefällt werden. Daher gilt der Energiewald per Gesetz auch nicht als Wald, sondern als landwirtschaftliche Kultur. Am besten eignen sich Pappeln und Weiden für die Bewirtschaftung. Die Stecklinge wurzeln schnell und wachsen bereits im ersten Jahr bis zu drei Meter hoch.
Der Boden muss beim Pflanzen frei von Unkraut sein. Sonst können sich die kleinen Triebe nicht entwickeln, erhalten nicht ausreichend Licht, Wasser und Nährstoffe. Mit Pflug und Egge haben die Studenten die Versuchsfläche daher vorbereitet. Eine Folie aus Maisstärke unterdrückt zudem den Konkurrenzkampf zwischen Pappel und Unkraut – so müssen keine Spritzmittel verwendet werden. Mit Pflanzschnur und Steckeisen werden schließlich die Stecklinge im Abstand von 125 Zentimetern in den Boden eingelassen.
In den folgenden Wochen wird das Projekt dokumentiert: Auf Fotos, im gleichen Blickwinkel, wird festgehalten, was in den nächsten Tagen und Wochen passiert. Auch Höhenmessungen finden statt. Mit Ende des Semesters entsteht ein Abschlussbericht, der das Projekt zusammenfasst. Hat die fünfte Studentengruppe ihren Abschlussbericht verfasst, werden aus den ersten Pappeln Hackschnitzel hergestellt, die im Holzheizwerk der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf eingesetzt werden. So sollen die Gewächshäuser der Forschungsanstalt für Gartenbau mit Wärme versorgt werden.
HSWT
 

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