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Forstwirtschaft und GAP-Reform

Für den 10. Juli hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner die Landwirtschaftsminister der Bundesländer nach Brüssel eingeladen. Dort haben sie die Gelegenheit, mit den beiden EU-Kommissaren Phil Hogan und Günther Oettinger über ihre Anliegen rund um die Reform der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2020 zu diskutieren.

Norbert Leben, Vizepräsident der AGDW – Die Waldeigentümer, und Hauptgeschäftsführer Alexander Zeihe begrüßen diese Initiative der Bundeslandwirtschaftsministerin, die verschiedenen politischen Akteure in die Debatte um die Ausgestaltung der GAP-Reform von vornherein einzubeziehen. „Angesichts des anstehenden Strukturwandels in der deutschen Forstwirtschaft ist es wichtig, die Belange unserer Branche auch bei diesem Treffen im Blick zu haben“, sagt Norbert Leben, der gleichzeitig Präsident des Waldbesitzerverbandes Niedersachsen ist, anlässlich des Bund-Länder-Gesprächs. „Dazu zählt die Unterstützung insbesondere für den Kleinprivatwald, der von den anstehenden Veränderungen am meisten betroffen ist.“

Zu den zentralen Forderungen zähle die Erweiterung des Beihilferahmens für forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse auf europäischer Ebene sowie die Umstellung von der indirekten auf eine direkte Förderung, so Norbert Leben. „Wenn jetzt auf europäischer Ebene wie auch auf Bundes- und Landesebene die richtigen Weichen gestellt werden, kann der Kleinprivatwald die anstehenden Herausforderungen bewältigen.“

Zwei große Herausforderungen

Der Strukturwandel in der Forstwirtschaft infolge des Kartellverfahrens sowie die Auswirkungen des Klimawandels sind die beiden großen Herausforderungen, mit denen insbesondere die Kleinprivatwaldeigentümer konfrontiert sind. „An die Stelle der indirekten muss eine direkte Förderung gesetzt werden, die den forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen und den Waldeigentümern eine schnelle und unbürokratische Unterstützung ermöglicht“, sagte Alexander Zeihe, Hauptgeschäftsführer der AGDW – Die Waldeigentümer.

Zeihe verwies darauf, dass das Privatwaldeigentum in Deutschland breit gestreut und überwiegend klein strukturiert sei. Rund die Hälfte der Privatwaldfläche würden sich Betriebe, die weniger als 20 Hektar bewirtschaften, teilen. Laut Zeihe sei eine kostendeckende Waldpflege für einen Großteil der Kleinprivatwaldeigentümer oftmals schwierig. Der tiefgreifende Strukturwandel in der Forstwirtschaft und die Auswirkungen des Klimawandels mit Wetterextremen, Waldbrandgefahr und großflächigem Schädlingsbefall seien zusätzliche Belastungen. „Eine direkte Förderung, die diesen aktuellen Entwicklungen Rechnung trägt, ist ein zentraler Pfeiler für die Zukunftsfähigkeit des Kleinprivatwaldes“, sagte der Hauptgeschäftsführer.

Weitere Forderungen der Waldeigentümer

Darüber hinaus zählen zu den zentralen Forderungen der AGDW z.B. der Ausbau der Fortbildung für die Akteure im Kleinprivatwald, die Erhöhung der Beratungsleistung für private, kommunale und körperschaftliche Waldeigentümer, die finanzielle Unterstützung der Waldeigentümer – gerade auch bei der Anpassung der Wälder an den Klimawandel. Norbert Leben und Alexander Zeihe: Wenn der Kleinprivatwald die richtige Unterstützung erhält, dann ist auch für die Stabilität unserer Wälder gesorgt.

 

Phil Hogan ist als EU-Kommissar zuständig für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung.
Zu den Ressorts von Günther Oettinger als EU-Kommissar zählen Haushalt und Personal.

Mehr Informationen zum Dachverband der Waldeigentümer unter www.waldeigentuemer.de

AGDW – Die Waldeigentümer

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