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Strategie Biodiversität Schweiz

Strategie Biodiversität Schweiz

Sowohl in der Schweiz als auch weltweit nimmt die Biodiversität seit Jahrzehnten markant ab. Dieser Rückgang gefährdet die Stabilität der Ökosysteme, die uns mit sauberem Wasser, Nahrung und zahlreichen weiteren überlebenswichtigen und wirtschaftlich zentralen Leistungen und Ressourcen versorgen und zudem Schutz vor Naturkatastrophen bieten. Schwindet dieses Naturkapital weiter, fallen Leistungen der Natur für Wirtschaft und Wohlstand in der Schweiz aus, die nicht oder nur mit sehr teuren Maßnahmen ersetzt werden können. Berechnungen auf europäischer Ebene gehen davon aus, dass den Ländern – wenn sie nicht handeln – Kosten in der Höhe von 4 % des Bruttoinlandprodukts entstehen.
Aus diesem Grund beschloss der Schweizerische Bundesrat 2012 die Strategie Biodiversität Schweiz, deren Ziel es ist, die biologische Vielfalt in der Schweiz langfristig zu erhalten und zu stärken. Zur Umsetzung der zehn strategischen Ziele der Strategie Biodiversität Schweiz hat das Bundesamt für Umwelt (BAFU) in engem Austausch mit Kantonen, Gemeinden, Organisationen und Fachleuten Grundlagen für einen Aktionsplan erarbeitet. Die dabei skizzierten Maßnahmen umfassen zum einen die Minderung schädlicher Nutzungen der Biodiversität, die Unterstützung gefährdeter Arten und die Sensibilisierung für die Biodiversität, umzusetzen bis 2025, zum anderen den Aufbau und den Unterhalt von Schutz- und Vernetzungsgebieten, umzusetzen bis 2040.
Mehrausgaben zum Schutz der Biodiversität
Der Schweizerische Bundesrat hat am 18. Februar 2015 diese Stoßrichtung, die geplante zeitliche Etappierung und den geschätzten finanziellen Ressourcenbedarf des Bundes zur Kenntnis genommen. Die Kosten würden sich aus heutiger Sicht für die Vorbereitungsphase bis 2020 auf jährlich 79 Mio. CHF und für die Umsetzungsphase bis 2040 auf circa 210 Mio. CHF pro Jahr belaufen, sofern in diesem Zeitraum sämtliche den Kantonen vorgeschlagene Maßnahmen realisiert würden.
Da es sich bei der Biodiversität um eine Verbundaufgabe handelt, würden bei den Kantonen Mehrausgaben in der gleichen Größenordnung anfallen.
Bevor der Bundesrat über die Maßnahmen und die dafür notwendigen Mittel entscheidet, sollen sich daher die Kantone zu denjenigen Maßnahmen des Aktionsplans äußern, von deren Umsetzung und Finanzierung sie betroffen sind. Gestützt auf die Rückmeldungen der Kantone wird das Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) bis Frühjahr 2016 eine Vernehmlassungsvorlage ausarbeiten, welche den konkreten Aktionsplan und die für die Umsetzung nötigen Ressourcen und Gesetzesanpassungen beinhaltet.
Zudem beabsichtigt der Bund, ab 2017 Sofortmaßnahmen in der Höhe von 20 bis 40 Mio. CHF pro Jahr umzusetzen, sofern auch die Kantone ihren Mitteleinsatz entsprechend erhöhen. Damit könnten unter anderem die größten Vollzugsdefizite im Bereich Sanierung und Unterhalt bestehender Schutzgebiete rasch geschlossen werden.
Der Schweizerische Bundesrat

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