Holzverkauf und Holzpreise

Store-Check Brennholz aus Baumärkten: Zu nass, anonym und zu teuer

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Die Store-Checker der Landwirtschaftskammer (LK) Steiermark warnen vor drei gravierenden Fallen beim Kauf von Brennholz in Baumärkten. Erstens unbekannte Herkunft, Zweitens zu nass und Drittens zu teuer für das gelieferte Produkt.

Erstens unbekannte Herkunft: Die Herkunft wird verschwiegen und erst bei Nachfrage bekannt gegeben. Im Waldland Steiermark komme Brennholz in Baumärkten paradoxerweise aus Balkanländern und Osteuropa, nur äußerst selten aus dem Holzland Steiermark. Zweitens zu nass: Importiertes Brennholz sei zum Heizen überwiegend zu nass – man riskiere sogar Kaminschäden. Drittens: Preise für ausländisches, zu feuchtes Holz haben im Jahresabstand, im Gegensatz zu heimischem, entsprechend trockenem und ofenfertigem Brennholz, aus unerklärlichen Gründen kräftig angezogen.

„Für die Waldbauern und Forstwirte ist es unverständlich, dass Baumärkte schlechte Brennholzqualität Hunderte Kilometer aus Serbien, dem Kosovo, Bosnien, Slowenien, Tschechien, der Slowakei, Ungarn oder Kroatien zu uns karren und überteuert anbieten, obwohl im Wald- und Holzland Steiermark ausreichend Ofenholz bester Qualität und zu erheblich günstigeren Preisen erhältlich ist“, äußert sich LK Steiermark-Präsident Franz Titschenbacher sehr enttäuscht über die Ergebnisse des brandaktuellen Einkaufstests. Die Store-Checker der LK Steiermark warnen vor drei schwerwiegenden Fallen, in die Käufer schlittern können.

Falle 1: Herkunft unbekannt

Mitte Oktober nahmen die Store-Checker der LK in elf Baumärkten in der Steiermark die angebotenen 15 Brennholzsortimente unter die Lupe. Überprüft wurden Herkunft und Qualität des Brennholzes, der Wassergehalt, die Holzart, das Mengenmaß, die Preise sowie die Zustellkosten. Bei der Herkunft des Holzes tappen die Käufer völlig im Dunkeln: Erst auf Nachfrage haben die Einkaufstester herausgefunden, dass nur ein einziger Baumarkt heimisches Brennholz von regionalen Waldbauern anbiete, während ein Großteil des ausländischen Brennholzes zum Heizen ungeeignet, weil zu nass, und zu teuer angeboten werde. Titschenbacher rät zu einer Kooperation zwischen Baumärkten und Waldbauern, das sei eine Chance für alle Beteiligten.

Falle 2: Holz oft zu nass

Mehr als die Hälfte (55%) des in Baumärkten angebotenen Brennholzes sei für das Heizen ungeeignet – es sei zu nass. Durch den zu hohen Wassergehalt brennt das Holz schlecht, für die erwartete Wärme ist die eineinhalbfache Holzmenge nötig. Das verteuere die Brennholzkosten erheblich, führe zu vermehrter Rußbildung und könne sogar den Kamin schädigen. LK Steiermark-Direktor Werner Brugner rechnet vor. Dass durch feuchtes Holz die Brennholzkosten für eine Kachelofen-Heizsaison zu Baumarktpreisen im Schnitt um etwa 40 %, konkret von 440 auf 610 € pro Heizsaison steigen. Er räumt ein, dass dieses Holz in den Baumärkten als „halbtrockenes“ oder „frisches“ Brennholz bezeichnet wird. Der Kunde muss jedoch darauf achten, um dieser Kostenfalle zu entgehen. Dieses Holz muss noch mindestens ein Jahr nachgetrocknet werden. Daher empfehle es sich, von vornherein entsprechend trockenes Brennholz direkt bei den Waldbauern zu kaufen.

Falle 3: Nur vermeintlich 1 Raummeter

Gemäß österreichischer Handelsusancen wird Brennholz üblicherweise mit der Maßeinheit „1 Raummeter“ angeboten. Der Einkaufstest der LK zeigt, dass 85 % der angebotenen Ofenholzkisten in Baumärkten ein Mengenmaß zwischen 0,85 und 0,9 Raummetern aufweisen. Somit seien die Preise, die im Jahresabstand bis zu 20 % gestiegen sind, für die Käufer auch schlechter vergleichbar. Die Unwissenheit der Verbraucher werde ausgenutzt. Im Schnitt sei das in Baumärkten zu feucht angebotene Brennholz etwa 80 % teurer als entsprechende trockene ofenfertige Ware von Waldbauern, sagt Brugner. Getrocknetes Brennholz koste im Baumarkt durchschnittlich 110 €/Rm, „halbtrockene“ schlechtere Ware immerhin auch noch 100 €/Rm. Dazu kommen Zustellkosten zwischen 25 und 45 €/Rm.

Fünf Fragen, die jeder stellen sollte

Um beim Brennholzkauf auf Nummer sicher zu gehen, müsse der Verkäufer folgende fünf Fragen mit einem eindeutigen Ja beantworten. Nur dann könne man sicher sein, Qualitätsbrennholz gekauft zu haben. Sie lauten: Ist das Holz aus der Region? Liegt der Wassergehalt unter 20 % (nur dann ist die Bezeichnung „trocken“ zulässig)? Umfasst die Lieferung 100 % Hartholz? Wurde das Brennholz mindestens zwei Jahre fachgerecht gelagert? Beträgt das Verkaufsmaß wirklich 1 Raummeter?

Die LK Steiermark gibt mit einer Broschüre praktische Tipps für das Erkennen von guten und schlechten Brennstoffqualitäten. Sie informiert auch über die etablierten Qualitätsstandards von Brennholz, Hackgut sowie Pellets und ist ein wertvoller Ratgeber für richtiges Anzünden von Ofenholz.

Download Broschüre hier

Bestellung unter energie@lk-stmk.at oder +43 316 8050 1433