Max v. Elverfeldt bei der Unterzeichnung
Max v. Elverfeldt während der Unterzeichnung der Erklärung für ein Umdenken im Green Deal
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Stockholmer Erklärung gegen EU-Green Deal unterzeichnet

08. Dezember 2022
Am 30. November trafen sich Vertreter europäischer Landeigentümer und -bewirtschafter in Stockholm. Gemeinsam arbeiteten sie die Stockholmer Erklärung aus. Darin fordern sie, dass die EU-Politik beim Green Deal umdenkt.

Im Rahmen der Generalversammlung der European Landowners´ Organization (ELO) wurde das Positionspapier verabschiedet. Inhalte sind mehrere EU-Vorhaben, wie die Naturwiederherstellung und die Verringerung des Pflanzenschutzeinsatzes. Gefordert wird vor allem die Handlungsfähigkeit, weiterhin nachhaltig auf den Flächen produzieren zu können und gleichermaßen die biologische Vielfalt zu schützen.

Dem Klimawandel mit Bewirtschaftung entgegnen

Damit wolle man dem Klimawandel effizient begegnen. „Wir Landeigentümer und Bewirtschafter von Ackerland und Wäldern in ganz Europa sind an vorderster Front von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen und bekennen uns uneingeschränkt zu den Zielen der Klimaneutralität und des Schutzes der Ökosysteme. Die aktuellen Verordnungs-Entwürfe der EU-Kommission zahlen darauf jedoch nicht ein. Sie sind in ihrer jetzigen Form unpraktikabel und schwer nachvollziehbar. Wir fordern die Europäische Kommission, den Europäischen Rat und das Europäische Parlament auf, hier schnellstmöglich nachzusteuern“, sagte Max v. Elverfeldt, Vorsitzender der Familienbetriebe Land und Forst (fablf). Er hat die Erklärung für den deutschen Verband unterzeichnet.

Sieben Kritikpunkte gegen den EU-Green Deal

Insgesamt formulierten die Landeigentümer sieben Kritikpunkte an der „Verordnung über die Wiederherstellung der Natur“ und an der „Verordnung über die nachhaltige Verwendung von Pflanzenschutzmitteln“:

  • In den Verordnungen fehle es an Lösungen, dem Klimawandel entgegenzuwirken
  • Die Betriebe aus Land- und Forstwirtschaft werden durch den Green Deal bedroht
  • Es seien noch Finanzierungsfragen ungeklärt
  • Die Vielfalt europäischer Landschaften werde missachtet
  • Die Energie- und Lebensmittelversorgung sei gefährdet
  • Potenzielle durch die Verordnungen negative Auswirkungen auf den ökologischen Fußabdruck der EU seien noch unbekannt
  • Das Vertrauen in die wirtschaftenden Betriebe werde untergraben

 

EU-Biodiversitätsstrategie: Gesetz für die Naturwiederherstellung

Mit den kritisierten Verordnungen will die EU die Europäischen Lebensräume und ihre Artenvielfalt schützen. 81 % der Habitate seien in einem schlechtem Zustand, schreibt die Europäische Kommission. Gegenwirkende Maßnahmen sollen sie, aber auch Menschen, schützen, da die verschiedenen Habitate die Luft und das Wasser filtern sowie vor Fluten schützen können. Damit verfolge die EU das 1,5-°C-Ziel.

Kein Masterplan für Europas Landschaften

Teile der Verordnungen würden jedoch Zustände schaffen, die die Artenvielfalt in Europa sogar gefährden, so die Kritik. Elverfeldt äußerte: „Bundesminister Cem Özdemir darf diesen Anspruch nicht durch die Unterstützung des Green Deals gefährden.“ Denn einen europäischen Masterplan für alle Landschaften gebe es nicht.

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Mit Material von fablf, EU