Waldbau WaldÖkologie

Stilllegung der Waldnutzung mit hohen Risiken behaftet

Bearbeitet von Rainer Soppa

Aufgrund des großen Interesses an diesem Thema ist ein Team von Wissenschaftlern aus dem Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena der Frage nachgegangen, ob Waldwildnis oder naturnahe Waldbewirtschaftung unter mitteleuropäischen Verhältnissen die effizientere Option für den Klimaschutz ist.

Vordringliches Ziel des Klimaschutzes ist die Reduzierung des Verbrauchs fossiler Brennstoffe. Welchen Beitrag kann hier der Wald leisten? Die Arbeit der Autoren Prof. emeritus Dr. Dr. h. c. Ernst-Detlef Schulze, Dr. Joachim Rock, Franz Kroiher, Vincent Egenolf, Dr. Nicole Wellbrock, Prof. a. D. Roland Irslinger, Prof. Dr. Andreas Bolte und Prof. Dr. Hermann Spellmann vergleicht den Nutzen einer nachhaltig bewirtschafteten Waldlandschaft in Europa mit dem einer potenziellen Waldwildnis-Landschaft und kommt zu überraschenden Einsichten: Die offizielle Klimaschutzbilanzierung für den Wald ist unvollständig. Die Bedeutung der Waldbewirtschaftung und der Holzverwendung für den Klimaschutz kommt nicht zum Ausdruck. Der Verzicht auf Holznutzungen („Stilllegung der Waldnutzung“) zum weiteren Ausbau des Kohlenstoffspeichers im Wald ist mit hohen Risiken behaftet und nicht dauerhaft. Es kommt zusätzlich zu Verlagerungseffekten durch Waldnutzung in Wäldern außerhalb Deutschlands, um den Holzbedarf zu decken. Die Bereitstellung von Holz für die holzbe- und verarbeitende Industrie ermöglicht die Nutzung von Holzprodukten als Ersatz von Bau- und Werkstoffen, die in ihrer Herstellung energieintensiver sind und mehr Emissionen verursachen (stoffliche Substitution). Die energetische Nutzung von Holz ersetzt fossile Brennstoffe (energetische Substitution) und belastet bei nachhaltiger Waldbewirtschaftung nicht zusätzlich die Atmosphäre, weil der im Holz gebundene Kohlenstoff alternativ durch Verrottung freigesetzt wird.

Der Hauptautor des Artikels, Prof. Dr. Dr. h.c. Ernst-Detlef Schulze, ist einer der führenden Ökosystem-Forscher in Deutschland und international anerkannt, er war Gründungs-Direktor des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie in Jena und ist Mitglied der Leopoldina und der American Academy of Arts and Sciences.

Den kompletten Beitrag finden sie hier

Schulze_et_al_2021_BIUZ