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Studie zu Stickstoff-Einträgen veröffentlicht

Das Gedeihen von Waldbäumen hängt entscheidend von Bodenpilzen ab, die im Wurzelbereich mit ihnen in Gemeinschaft leben. Bei dieser als Mykorrhiza bezeichneten Partnerschaft erleichtern die Pilze den Bäumen die Aufnahme von Mineralien und Wasser, während sie von den Bäumen Kohlenstoffverbindungen erhalten, die sie als Nahrung nutzen.

Wie sehr dieses Zusammenleben von äußeren Faktoren abhängt, konnte eine internationale Studie zeigen, die im Fachblatt „Nature“ veröffentlicht wurde.

Zu hohe Stickstoff-Einträge beeinträchtigen die Symbiose

Seit Langem vermuten Forscher, dass zu hohe Stickstoff-Einträge die komplexe Symbiose zwischen Pilzen und Bäumen beeinträchtigen. Dies konnte nun in einer Serie von großräumig angelegten Studien, bei der allein 40.000 Mykorrhiza-Proben ausgewertet wurden, bestätigt werden. Die im Juni 2018 in „Nature“ veröffentlichte Arbeit fußt auf einer langjährigen Kooperation von Wissenschaftlern des Imperial College London und des Royal Botanical Garden Kew mit Partnern aus dem Internationalen Kooperationsprogramm Wälder (ICP Forests) der Genfer Luftreinhaltekonvention.

Dr. Walter Seidling vom Thünen-Institut für Waldökosysteme in Eberswalde, Leiters des ICP-Koordinationszentrum und einer der Co-Autoren der Studie, erklärt: „Die Proben stammen von 137 Flächen des ICP-Forests-Netzwerks aus 20 Staaten Europas. Auch der Boden-pH, die Lufttemperatur, die Kaliumversorgung und das Stickstoff/Phosphor-Verhältnis der Blätter spielen eine wichtige Rolle. Vor allem sind es aber die Stickstoff-Einträge aus der Luft, die die empfindlichen Pilzarten der Mykorrhiza-Gemeinschaft schädigen.“

Das komplexe Mykorrhiza-Systemvielfältig ist vielfältig

Wie vielfältig das komplexe Mykorrhiza-System aber ist, zeigen genetische Untersuchungen. Durch DNA-Sequenzierung ließen sich mehr als 1.400 „Pilzarten“ identifizieren.Über die funktionalen Rollen der einzelnen Beteiligten ist kaum etwas bekannt. Trotzdem raten die Experten angesichts der überragenden Bedeutung der Mykorrhizapilze für unsere Waldbäume, das Risiko einer Schädigung zu minimieren. Schon ab einem Grenzwert von 5,8 kg Stickstoff pro ha und Jahr ist mit einer Beeinträchtigung empfindlicher Pilzarten zu rechnen. Dies geht aus der Studie hervor.

Auf deutschen Monitoringflächen des ICP Forests, die einer intensiven Beprobung unterliegen, werden zur Zeit jedoch im Mittel Gesamtstickstoffeinträge von 14 kg pro ha und Jahr gemessen. Manche Regionen wie das Emsland oder Allgäu erreichten Einträge über 30 kg. Damit ist eine entsprechende Anpassung der Kritischen Eintragsraten (Critical Loads; Eintragsrate, die dem Ökosystem langfristig keinen Schaden zufügt) für eutrophierenden Stickstoff angeraten. Eine tatsächliche Reduktion der Stickstoffeinträge ist mit Nachdruck anzustreben.

 

Weitere Infos

Thünen-Institut

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